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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 200

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 200 (sequence 270)
Language
German
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200 genannten Bestreben hervor, alles Aenßerliche und Formale dem Gebete zu benehmen, um ihm dadurch mehr Tiefe, mehr Innerlichkeit zu verleihen. Und was schließlich den Namen dieses Gebetzimmers angeht, so glaube ich nicht zu irren, wenn ich ihm historische Berechtigung zuerkenne. Zur Zeit der Entstehung wurde den Chassidim das Synagogenwesen durch den Prostek, bei dem das Gebet, wie noch heute, zu einer leeren geistlosen Form, zu einem mechanischen Ableiern herabgesunken war, nicht mit Unrecht verleidet. Sie werden wohl darum zu Privatandachten Zuflucht genommen haben, zu welchem Zwecke sie ein Stübel vereinigte. Und in dieser Vereinigung hat sich, wie es einem aufmerksamen Beobachter nicht entgehen kann, der Charakter des Privatgebetes in Nichts verändert. Jener disharmonische Stimmenwirrwar ist nichts Anderes, als das Resultat jenes Strebens nach einem Fürsichbeten, welches in dem Gebete des Rebbi, der gewöhnlich in einem Stübchen neben dem Stübel betet, noch deutlicher hervortritt. Als Beweis für diese Behauptung möge folgende interessante Aehnlichkeit mit dem hier schon öfter erwähnten Pietismus dienen. Auch dieser, der in Folge seiner Tendenz die Glaubenseinigkeit, die Gefühlsreligion vor dem kalten Dogmatismus in Schutz zu nehmen, auf die Hebung des Gebetes kommen mußte, fand das Kirchenwesen mit seinem äußern Pompe, den öffentlichen Gottesdienst überhaupt für ungenügend, und nahm ebenfalls deshalb, wie bekannt, zuPriv a t a n d a ch t e n. seine Zuflucht. Doch haben wir bis jetzt meistens nur von den inneren Angelegenheiten der Chassidim, aber noch Nichts über das Verhältniß derselben zu den Nichtchassidim gesprochen. Als es sich um die Entstehung dieses Separatismus handelte, da wurde kurzhin angedentet, welche Stellung der-

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