Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 268)
- Language
- German
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198 <lls der wirklich vermittelnde Faktor zwischen ihnen und der Gottheit, die wichtigste Rolle, und hier wollen sie denn wirklich Chassidim in der ursprünglichen Bedeutung sein, wie sie der Talmud auffaßt, nur noch etwas mehr. Obgleich sie nämlich keineswegs irgend welches Bewußtsein von einem historischen Zusammenhänge mit den Talmudischen Chassidäern haben, was doch schon ihre Behandlung des talmubischen Satzes יושב בתענית נקרא חסיד zur Genüge beweist, so paufiren sie doch vor dem Gebete zwei Stunden, auf den talmudischen Satz: ״Die Urchassidim Pausirten eine Stunde" sich stützend. Und wenn sie auch diese- Pause gerade nicht damit ausfüllen, wozu sie angeordnet worden, um nämlich die Gedanken und Gefühle von allem Weltlichen und Prosanen zu Läutern, so liegt doch dieser Nachahmung ein gutes Motiv zu Grunde. Und in der That ist bei den Bessern unter ihnen , und das kann ich ans eigener Ersahrung bestätigen, das ernste Bestreben alle störenden Gedanken während des Gebetes zu entfernen., nicht zu verkennen. Ihre auffallenden Geberden, ihr Schütteln und Schaukeln während des Gebetes, welche ihrem vorherrschend sanguinischon Temperamente zuzuschreiben sind, wie ja doch ersahrungsmäßig Unruhe und Beweglichkeit namentlich während einer Geistesbeschäftigung allen mit einem lebhaften Naturell begabten Menschen eigen ist, beweisen eben, daß sie geistig beschäftigt sind, oder geistig beschäftigt sein wollen. Aber noch haben wir uns nicht das für's Gebet bestimmte Lokal angesehn. Wir müssen dies thun, weil wir dadurch die oben geäußerten Ansichten bestätigt finden und noch manches andere Charakteristische abmerken können. Denkt man sich die heilige Bundeslade, den sögenannten Ständer für den Vorbeter und den Almemor weg, fo läßt alles andere in diesem Lokale Befindliche durchaus