Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 266)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2609281-3183017--6277-3183298- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
196 Satze הפיאהי“ אין להם שיעור grenzenlos sein müssen) pendelartig in der Luft umherzappeln, da steht er und spitzt die Ohren. ״In die Schul herein, in der alten Schul u. s. w. ein Berismilo!" so rufts in der Ferne, und sofort sieht man oben am Fenster die beiden Locken zurückschnelten, und mit ihnen jene durch die letzten Worte des Synagogen- Herolds offenbar freudig überraschte Menschenkarrikatur verschwinden. Was bedeutet dies? Treten wir hinein und sehen zu, warum der elastische Jüngling auf jenen Ruf verschwunden ist. Hier steht ein alter vollbärtiger Chassid, sagen wir ein ״bemoostes Haupt," der gespannt aus Antwort zu warten scheint, die ihm denn auch jetzt durch ein bejahendes Kopfschütteln überbracht wird. Aber noch wißt Ihr nicht, was das bedeuten soll. Nun so laßt es Euch von einem Eingeweihten sagen. Jene Stücke aus dem Morgengebete, welche von so verschiedenen Zufällen des Lebens abhängig, welche ewig in suspenso sind, sowohl durch freudige als durch traurige Ereignisse beseitigt werden können, werden von den Chassidim noch viel leichter behandelt. Jenes Ritualgesetz nämlich, welches bei einem Beschneidungs-Feste nur dann von diesen Gebetstücken befreit, wenn entweder der Festgeber selbst, oder ein an der heiligen Ceremonie Beteiligter bei dem Gebete anwesend ist, dehnen die Chassidim noch viel weiter aus, indem sie sich von ihnen schon dann lossagen, wenn nur in der Stadt überhaupt ein Beschneidungsfest stattfindet, und dieses macht in größern galizischen Städten der Schulausrufer bekannt. Ja, einem on-ciit zufolge, sollen einige hervorragende Chassidim seit einigen Jahren sich ernstlich mit dem Gedanken herumtragen, diese Gebetstücke gänzlich zu cassiren, da in der ganzen Welt doch wohl jeden Tag eine Beschneidung stattfindet. Ob dieser radikale Antrag und seine Motivirung in den