Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 265)
- Language
- German
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195 Rebbi und nimmt viel häufiger zu ihnen Zuflucht, und von ihm strömen eigentlich die reichlichen „Pidjonos" (Salärs) zu; denn ihm imponirt gerade das Fernstehende und jedenfalls ihm geistig Ueberlegene. Was als Hauptbeleg für diese meine Behauptung dienen kann, ist folgendes: Jenes mystische Dunkel, mit dem sich der Rebbi sonst zu umgeben pflegte, und welches ihm doch auch, wie wir glauben, ursprünglich feine hohe Stellung verschaffte, jene kabbalistischen Vorträge, die früher die unentbehrlichen Ingredienzen des Schaleschsudes waren, sind fast gänzlich verschwunden und haben geistlosen Spielereien Platz gemacht. Man darf aber daraus nicht Ltwa auf Symptome des herannahenden Unterganges schließen. So lange Prosteks bestehen, solange werden auch Chassidim ihr Wesen treiben, und so lange cs Chassidim gibt, so lange wird es auch an Rebbis nicht fehlen. Ein Kreis muß seinen Mittelpunkt haben, in welchem sich die Radien vereinigen und der Kreis der Chassidim muß seinen Rebbi haben, um den sie sich scharen können. Das mag über den Rebbi und sein Verhältniß zu seinen Anhängern genügen? Wohl ist damit dies Thema noch nicht erschöpft; doch werden die gegebenen Andeutungen hinreichen, um alles Sonderbare und alle Auffälligkeiten ins gehörige Licht zu fetzen. Somit können wir zu dem folgenden nicht minder wichtigen und vielleicht wichtigsten Bilde übergehen. V. Das Dawenen. — Das St übel. Da steht er, der junge Chassidimsprößling, aus denk Fenster lugend, .den Oberkörper weit vorgebeugt, während seine „Peies" (Seitenlocken, die beiläufig gesagt nach dem 13*