Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 263)
- Language
- German
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193 nicht irre, soll einst geäußert haben: Auch ich verehre und bewundere die Nebbis ob ihrer hohen Kunst nämlich, sich immer des Lachens zu enthalten. Wir aber wollen keineswegs die malici'öse Behauptung, die aus dieser Aeußerung hervorguckt, in allen Stücken unterschreiben. Wohl gibt es der Nebbis viele, die im Stillen über die Verblendeten und Dupirten lächeln, viele, die diese glänzende Stellung, die ihnen fast aufgedrttngt wird, und die mit dieser Stellung verbundenen pekuniären Vortheile zu verlockend finden, als daß sie dieselbe ohne weiteres zurückweisen könnten — auch kommt es ja den Verehrern nicht so sehr auf den besondern Charakter ihres Oberhauptes, nicht so sehr auf ein bestimmtes Oberhaupt, als auf ein Oberhaupt überhaupt, auf einen Sammelpunkt an —; wohl gibt es, sage ich, solche Nebbis, denen wenigstens Verstand nicht abzusprechen ist in Menge, und doch möchte ich behaupten, daß diese nur die Minorität bilden; denn die Meisten sind wirklich verblendete Verblender. Begabt mit einem höheren Grade von Phantasie nnd gedrängt von den sie umgebenden Bewunderern, setzt sich endlich bei ihnen der Glaube an ihr divinatorisches Vermögen fest, glauben sie direkt von der Gottheit insiuirt zu sein, mit ihr in persönlichem Verkehr, in vertraulicher Correspondenz zu stehen, und durch das Gebet sichtbare Wunder Hervorbringen zu können. Je größer der Glaube Anderer an ihre Wunder, desto mehr wird ihr eigner befestigt. Aber auch heroische Seelen gibt es unter ihnen, die der Verlockung tapfer widerstehen und alle Verehrung von sich weisen. Schreiber dieses war selbst Augenzeuge eines solchen Aktes der Aufopferung. Als sich nämlich an den. Sohn eines der bekanntesten Neb¬ bis (des berühmten R'Srulki) viele Chassidim herandrängten, um ihm ihre Reverenz zu zeigen (denn die Verehrung erstreckt 13