Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 254)
- Language
- German
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184 stehen meint, so findet seine imaginative Thätigkeit immer mehr Stoff und Spielraum, so hat er sich sein Ideal so ziemlich vergegenständlicht; ihm zu Ehren trinkt er, ißt er, handelt er, und man kann sagen, Alles, was er thut, ist eine Hislahabut für sein Ideal, geschieht ad majorem Dei gloriam. Da jedem materiellen Genusse eine religiöse Tendenz zu Grunde gelegt wird, wer wollte dies tadeln! Wie aber, wenn die Religion nur vorgeschoben wird, um die Ausartung im Genüsse zu beschönigen, um die Unmäßigkeit zu sanktioniren, wenu sie so zur Dienerin der Materie herabgezogen wird? Wie dann? Nun wir wollen jene Hislahabut erst genauer betrachten. Um sie aber in ihrer vollen Glorie zu sehen, müssen wir zu dem folgenden Kapitel sofort übergehen, das gleichsam die Vervollständigung des gegenwärtigen bilden soll. III. Sch aleschsudes. ״Komm mein Freund der Braut entgegen, laßt den Sabbath uns empfangen!" So schallt's tausendstimmig in den Synagogen der Judengasse, aber das freudigste und lustigste ״Lecho dodi“ kommt doch von drinnen, den Chassidim her. Und wir kennen auch den Grund ihrer besondern Freude. Ihr bewegliches Herz jauchzt auf in freudiger Erwartung des Kommenden. Und was erwarten sie? Meint Ihr etwa sie freuen sich auf den von jüdischen und christlichen Dichtern vielfach besungenen Freitagabend? Mit Nichten! Er muß zurückweichen vor der Erhabenheit der dritten Mahlzeit vor dem Schaleschsudes (סעודיות dem Glanzabende der ganzen Woche, mit Einem Worte vor dem eigentlichen ״Kneipabend." — Es dunkelt draußen, der Prostek hat eben sein stereotypes Semirot-Liedchen abgeschnurrt, sein