Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 253)
- Language
- German
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183 bestimmtes Ziel vor Augen, sein Ziel war, die praktische Religion an Stelle der theoretischen zu setzen. Seine Folgen waren auch deshalb in gewisser Hinsicht wohlthätig, es kam Leben hinein in das tobte Formenwesen; und wenn ich beispielsweise an den Hauptvertreter dieser Geistesrichtung, an Sponer erinnere, so wird man sofort einsehen, daß der Pietismus doch wohl nicht ein bloßes Produkt der Phantasie war. Doch der Hauptunterschied, der zwischen ihm und dem Chassidismus obwaltet, werden wir leicht aus den beiden Folgenden ersehen. II. H islah abut. Wo ist der „'Bursche" wohl in seinem wahren Elemente? Wo zeigt er wohl die höchste Begeisterung für sein Ideal? Wo wird er wohl für Freiheit und alles Schöne am meisten enthusiasmirt? — Beim Glase! Der geistige Trank ist es, der ihm Kraft und Feuer giebt, der ihm Lust und Leben einhaucht, der ihn anfeuert und entzündet, aus dem er Begeisterung und Entflammung — Hislahabut *) schöpft. Und so macht's auch der Chassid. Der echte Cassid ist ein warmer Freund des geistigen Trankes, er trinkt „um mit dem Spiritus alles Pflegma herauszutreiben," um Hislahabut zu erlangen. Und für wen? Nur für sein Ideal, für das göttliche Wesen. Da er alle seine Handlungen auf die Religion bezieht, in ihrem Sinne auszuüben glaubt, so daß er bei all seinem Thun und Lassen mit dem Wesen, das er nach seiner Art verehrt, in stetem geistigen Rapport zu *) Ist ein von lehaba (heb.) Flamme gebildetes reflerivischeS nomen abstractum.