Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 250)
- Language
- German
- Belongs to
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— 180 diesen Vergleich tu unserer Darstellung so ziemlich festzuhalten und möchten deshalb auf ihn einiges Gewicht gelegt wissen, auf welche Weise dies sich nun so gestaltet hat und dies noch jetzt zugeht, wollen wir durch ein aus dem gewöhnlichen Leben herausgegriffenes Beispiel uns klar zu machen suchen. Denken wir uns eine aus verschieden gearteten Personen zusammengesetzte Gesellschaft etwa bei einem Feste vereinigt , an welchem eine strenge Etiquette herrscht, und wo der Gang der Unterhaltung deshalb nicht gehörig im Flusse ist. Es fühlen sich da manche Mitglieder beengt, es erlaubt sich bald Einer eine geringe Abweichung von der Etiquette, eine kleine Ausschreitung und sofort hat er einen Gleichgestimmten an seiner Seite; sie beginnen eine Unterhaltung auf eigenem Fuße, es rücken nun Alle, die das Steife abstreifen wollen, zusammen, die Gemttthlichkeit kommt bei ihnen zum Durchbruch und der Separatismus ist fertig. Auf eine ähnliche Weise (so bizarr auch dies klingen mag, so ist es darum doch nicht minder wahr) wird man jetzt zum Mitgliede derChassidim Gesellschaft. Mit dem Uebertritte ist keinesweges ein sich bekennen zu irgend welchen religiösen Grundsätzen oder Vorschriften verbunden. Will man in jenen mit Chassidim bevölkerten Gegenden von dem geist - und gemüthslosen, von dem philiströsen Leben sich lostreunen, so bleibt nichts weiter übrig, als diesem lebendigen Treiben der Chassidim sich anzuschließen, Dortlum non datur! Demjenigen, der sich von dem schälen Jndifferentismus trennen, mit dem religiösen Leben aber doch nicht befreien will, bietet sich bei dem dermaligen Eulturzustand der dortigen Bevölkerung keine andere Gelegenheit dar, um den innern Drang zn befriedigen. Er wird also durch größtenteils außerhalb der Religion liegende Umstünde ins jenseitige Lager hinübergedrängt, das religiöse Moment ist hier zumeist das spätere. So steht es jetzt. Aber auch wenn wir weiter hinaufgreifen, ja zur