Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 245)
- Language
- German
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175 däismus übrigens in der Sekte Sabbathüer seine Vorgängerin hatte, ist kaum zu bezweifeln, da solche Erscheinungen in ihrem Detail nicht aus den allgemeinen Gesetzen der menschlichen Natur allein zu erklären sind, und aus konkreten historischen Vorbedingungen sich entwickeln. Als Gründer des Chassidäismus wird Israel Baal Schem, der in Tlußti in Polen uud später in Medziboze in Podolien lebte, bezeichnet. Er war der erste Zaddik, nach dessen Tode seine Enkel in verschiedenen Gegenden diese Würde erbten, als die Sekte bereits auf 40,000 Seelen angewachsen war. Man schrieb ihm große Wunderthätigkeit zu, vertrauten Umgang mit Engeln, und sah in seinem Tode nur eine Himmelfahrt. Zugleich habe er allen seinen Anhängern Sündenablaß gegeben, wofern sie ihrem jeweiligen Zaddik Pünktlichen Gehorsam leisten würden. Das Volk wird über den Zaddik in aller Unwissenhest erhalten und nur gegen reichliche Spenden bei ihm vorgelassen. Alle Sabbate hält er gegen Abend Versammlungen zur dritten Mahlzeit, zu welcher jeder eine Speise mitbringt, und gegen schweres Geld die Ehre haben kann, den Heiligen von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Das Verderblichste an der ganzen Sache, sagt ein Geschichtsschreiber, ist die dem Zaddik eingeräumte" durch äußern Pomp und eine Art von Hofstaat erhöhete Despotie und die Absonderung der Chassidäer von andern Juden, wodurch sich Knechtschaft und Stolz die Hand bieten und jede freiere Bildung hindern. Die Anhänglichkeit an den Zaddik bewirkt Vollkommenheit der Seele, Verbindung (Dewekuth) derselben mit Gott, die nie durch „Azwuth" (Mißmut) getrübt werden darf, daher der Genuß des Methes