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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 172

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 172 (sequence 242)
Language
German
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172 Wahrnehmung zu machen, um wie vieles leichter sich „andächtig schwärmen, als richtig denken und gut handeln läßt." wobei nicht zu übersehen ist, daß es nicht gerade die schlechtesten und unedeln Menschen sind, die sich ihre moralische Existenz auf solche Weise zu erleichtern suchen. Die Schwärmerei ist ein Wurm, der nur an gesundem Kerne nagt. Wen noch des Daseins. Rüthsel quälen, wer nach Selbsterhebung noch ringen kann, der hat immerhin mehr moralischen Fond gerettet als diejenigen, die an jeder Lösung verzweifeln und die gegen ihre innere Zerfallenheit bereits 'gleichgiltig geworden sind. Doch betrachten wir einmal den Chassidäismus näher und fassen wir ihn in seinem Gegensätze zum rabbinischen d. i. zum echten Judenthume aus. Zuerst begegnen wir hier einem häufig vorkommenden. Streben, sich einen sichtbaren Vertreter der Gottheit auf Erden einzusetzen, ein wahrnehmbares konkretes Wesen, mit dem man. bequem verkehren und hanthieren kann, das für die Schwachen im Geiste denkt, für die Hartherzigen fühlt, für die Sünder betet, für die Bedürftigen bei der Gottheit vermittelt, das die Verantwortung für alles Menschliche und Gebrechliche auf sich nimmt, unter dessen Schutze man ungestört sich dem Leben hingeben darf, ohne für die eigene That einstehen zu müssen. Dieses sichtbare Haupt ist der Zaddik, der Rebben, der kommt, man weiß nicht wie, er ist ein Gnadengeschenk der Gottheit an die Menschen, seine Würde ist unverletzlich, sein Dasein wirkt entsühnend, er heiligt durch seine bloße Existenz, er ist unsterblich, denn seine Wesenheit erbt sich auf Söhne und Enkel fort, er besitzt alle Machtvollkommenheit Wunder zu

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