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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 171

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 171 (sequence 241)
Language
German
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IRI
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171 der Kampf ganz überflüssig, während er gegen die Anhänger des Wahnglaubens selber sich stets unfruchtbar erwiesen hat. Dazu kommt, daß der Chassidäismus in dem Gegensätze zu einem gemüthsleeren Formelwesen und einer poesielosen Werkheiligkeit gewissermaßen seine Berechtigung sucht und endlich in jener Elementargewalt, die wir Trägheit des Geistes und Willens nennen, seine Unterstützung findet. Die Religiosität wird einmal als das dem Menschen eingeborne Streben erkannt, Gott näher zu kommen, in Gott auszugehen, sich die quälenden Räthsel des Daseins zu erklären, und dadurch dem Jrrthume wie der Sünde zu entrinnen. Wie soll dieses Streben befriedigt werden? Um dem Jrrthume über die höchsten Fragen des Lebens zu entgehen, bedarf es, sagt der Rabbinismus, der geistigen Anstrengung, des rastlosen Denkens und Forschens im göttlichen Worte; um der Sünde nicht zu verfallen und die begangene zu sühnen, wird die energische Erhebung des eigenen bessern Selbstes erfordert, das sich unmittelbar mit Gott aussöhnt; die ganze Macht des Individuums, die sittliche Kraft, die in ihm ruhet, muß aufgeboten, das etische Bewußtsein stets wach, rege und gegenwärtig erhalten werden. Man sieht also, daß der Rabbinismus eine sehr anstrengende intellektuelle und moralische Thütigkeit in Anspruch nimmt, die an der eingebornen Trägheit der Menschen, wie sie nur wenige begabtere Geister zu überwinden vermögen, einen hartnäckigen Widerstand findet. Gott ist im Himmel, der Mensch auf Erden, und die Kluft, die dazwischen liegt, ist unendlich, und ehe man sich's versieht, war die Schwachheit schlau genug, die

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