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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 166

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 166 (sequence 236)
Language
German
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IRI
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166 wie Aristoteles es gethan, zu einem bloßen Schatten eines Gottes herabsinken lassen, so muß er ausgestattet sein mit realen Attributen der Persönlichkeit, der Allgüte und Allwissenheit, wie die Bibel es thut 7y). Nur ein solcher Got- Lesbegriff kann das Bedürfniß des religiösen Subjektes befriedigen, nur ans dieser Grundansicht erklären sich die Ausdrücke von menschlichen Eigenschaften Gottes, und von Theophanien und von Offenbarungen Gottes an Menschen. Die Sprache kennt keine anderen Bezeichnungen für die realen Attribute Gottes, als die natürlichen Verhältnissen entlehnten. Freilich dürfen wir diese Anthropomorphismen nur symbolisch nehmen und daß das die Bibel thut, ist erwiesen worden, aber entrathen können wir ihrer nicht. So ist denn der Gott der Bibel zwar ein geistiges Wesen, aber zugleich eine selbstbewußte Person, steht in einem Verhältnis^ zur Welt, die er ans dem Nichts geschaffen hat und die er ungleich „der Vernunft" des Anaxagoras, durch seine Vorsehung nach ewigen Gesetzen lenkt und liebt, die er mit seiner Herrlichkeit erfüllt. Er ist nicht beschränkt durch den Stoff, wie dies allerdings alle Philosophen Griechenlands lehren, bei denen Gott ohne die Natur vor und über dem Stoffe zu denken ein Unsinn wäre; die das Böse daraus erklären, daß der Stoff von der weltordnenden Intelligenz nicht ganz habe überwunden werden können. Der Gott der Bibel schafft den Stoff wie -essen Ordnung, „das Gute wie das Böse" 80), und dadurch steht er nicht in dualistischem Gegensätze zur Welt, sondern seine Welt ist erfüllt von seinem Geiste, „die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit" 81), „die Himmel erzählen die Ehre Gottes" s'2), und der Mensch ist Geist von Gottes Geist. Fassen wir jetzt kurz die Unterschiede des griechischen und des hebräischen Gottesbegriffes zusammen, so dürfen

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