Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 164

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 164 (sequence 234)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2609281-3183017--6245-3183266
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

164 Sinnliche Eigenschaften werden ihm ausdrücklich abgesprochen: „Hättest Du wohl Augen des Sterblichen? Sähest Du, wie Menschen feiert" 72)? so spricht Hiob und höhnend sagt Eliahu vom Baal, „daß er vielleicht schlafe, oder sich unterhalte, oder verreist sei", während nicht „schlummert nicht schläft der Hüter Israels"73). Was endlich von einem „Nationalgott" und „einem Gotte der Rache" gefaselt wird, bedarf, so oft es auch ausgesprochen worden ist, kaum der Widerlegung. Der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, ist kein Gott eines Volkes; der einzige Gott, außer dem es keinen andern gibt74), ist kein Nationalgott, der Gott der Geister alles Fleisches, d. h. aller Menschen, der Schöpfer Adams, des Stammvaters aller Menschen ist kein bloßer Gott der Juden. Und „der Gott -der Hebräer", „der Gott der Väter" u. d. g. heißt nichts andres, als der Gott, den Abraham zuerst erkannt, der von Moses gelehrt, von den Hebräern verehrt wurde, als alle übrigen Völker in den Banden des Götzendienstes lagen. Und ist der.Gott ein Rachegott, der „groß an Güte, barmherzig, gnädig, liebevoll, langmüthig und von unendlicher Huld" 7^), der gütig ist gegen Alle, dessen Erbarmen über alle seine Geschöpfe76), der nicht nach unfern Sünden an uns handelt, nicht nach unfern Missethaten uns vergilt, dessen Güte so groß ist an seinen Dienern wie der Himmel hoch ist über der Erde" 77). Mit der Vorstellung eines allgütigen Gottes verträgt es sich aber sehr wohl, daß er zugleich als ,„ein Gott der Vergeltung" aufgefaßt wird, der die Sünde bestraft, ebenso wie er das Gute belohnt. Denn er ist ein sittlicher, heiliger Gott, ein Moment, welches den griechischen Volksgöttern ebensowenig wesentlich beigelegt wird, wie die Liebe. Diese sind gut und schlecht, wie die Menschen es nur sind. Der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.