Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 231)
- Language
- German
- Belongs to
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— 161 Widerspruch, denn jedes Denken setzt eine Veränderung, den Wechsel eines Zustandes voraus, was Aristoteles ja so scharf von Gott abweist 63). So wird denn der Gott des Aristoteles — zieht man die letzte Consequenz seines Systems — allerdings befreit von allen Eigenschaften des Endlichen, aber er verfällt damit zu einem bloßen Schattenbilde eines Gottes, ohne Leben und ohne Thätigkeit und ohne Einwirkung auf die Welt der Dinge — eine Schwierigkeit des aristot. Systems, die im Grunde allen theistischen Systemen der Griechen anhastet. Sehen wir jetzt, nachdem wir Dichtung und Philosophie der Griechen durchmustert haben, ob die Lösung jener Schwierigkeit, die Vereinigung göttlicher Persönlichkeit mit der Beseitigung aller Beschränktheit Gottes, dem Theismus der Bibel gelungen ist. Man hat gegen die Bibel angewendet, daß sie ebenso wie die griechische Volksdichtung ihren Gott verendliche, weil sie scheinbar noch von Vielgötterei spreche, weil sie einen mit menschlichen Eigenschaften ausgestatteten Gott vorführe. Um den Urgrund dieser Vorwürfe nachzuweisen, sollen sie einzeln betrachtet werden. Was die Folgerungen aus den Namen, die Gott gegeben werden, betrifft, so darf man hierbei nicht vergessen, daß jeder Schriftsteller sich der Worte bedienen muß, die ihm seine Sprache darbietet, selbst wenn sie vor ihm in einer wesentlich andern Bedeutung gebraucht wurden. Die Bibel mußte den Namen „Elohim" auf ihren. Einen Gott anwenden, obgleich in der alten polytheistischen Zeit darunter eine Mehrzahl göttlicher Kräfte verstanden wurden. Sie spricht von einem „höchsten Gott," von einem „Gott im Himmel," gerade wie wir es thun, nicht um die Wirklichkeit .11