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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 160

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 160 (sequence 230)
Language
German
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160 vernünftige Wesen und als solche für Mittelwesen zwischen Gott und Mensch gelten, oder daß er hierin dem bloßen Sprachgebrauch oder dem Volksglauben sich äußerlich accommodirt. Wie nun aber sich Platon die Gottheit selbst gedacht habe, das ist eine der schwierigsten Fragen der Geschichte der Philosophie. Das Wahrscheinlichste ist, daß sein Gott eins ist mit der Idee des Guten, daß er als solcher, die Ursache alles Schönen und Guten ist, dem Erkennenden seine Kraft, dem Erkannten seine Wahrheit" 60) gibt. Als Idee aber kann Gott kein persönliches Wesen sein, wie das religiöse Gefühl es verlangt, zu dem zu beten mehr wäre als bloßer Aberglaube eines kindlich fühlenden Herzens. Alles, was von einem persönlichen Weltenbilder nicht Schöpfer, denn die Ewigkeit des Stoffes wird nie bestritten, und was von einem Welterhalter besonders in Platons Timäos gesprochen wird, ist wie so oft bei ihm populäre bildliche Darstellung, wie sich das schon daraus ergibt, daß hier immer promiscuo bald von Gott, bald von Göttern die Rede ist. Noch bestimmter wird das vom Gotte des Aristoteles behauptet werden können. Es ist wahr, der Gott des Aristoteles ist ein selbstbewußter, denn er denkt sich selbst^), damit ist er aber noch kein persönlicher Gott. Mit jeder Veränderung in ihm ist zugleich das Denken eines anderen Gegenstandes, Willensthätigkeit und die Liebe zu einem Andern ausgeschlossen. Die Einwirkung auf die Welt ist keine thätige Weltregierung, sondern er bewegt sie als reine Form, als absoluter Zweck, dem der Stoff in einem natürlichen Verlangen sich entgegenbewegt62). So bleibt der Gott nur die einförmige Thätigkeit eines ewig gleichmäßigen Sichselbstdenkens, die selbst nicht einmal frei ist von einem innern

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