Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 229)
- Language
- German
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159 Sphäre um Sphäre sich lagert, geordnet. In der Mitte derselben ist das Prinzip der Zahl, die Eins, umgeben von ewigem Feuer, der „Herr des Weltalls" 58). Obgleich es nun nicht auszumachen ist, wie „das Eine" näher zu bestimmen sei, ob als Welt durchdringende Urkraft, ob als Geist, ob räumlich oder unräumlich, so steht doch so viel fest, daß „das Eins" beschränkt vom Stoffe, unbewußt und unpersönlich die Welt beherrschen soll. Weniger, weil nicht in unklar, mystisches Dunkel gehüllt, sind die Lehren der Eleaten. Bei ihnen erhebt sich das reine Denken zu einer hohen Stufe: das abstrakte Sein, leer von allem Inhalt, unbewegt und doch auch nicht ruhend, unbegrenzt und doch nicht unendlich, zehrt die ganze konkrete Fülle der erscheinenden Welt hinweg. Diese ist unwahr, bloßer Schein-, die Gottheit selbst ist das wahre Sein — der bestimmungslose, abstrakte reine Seinsbegriff. So Lehren Xeno p h anes und noch schärfer P arm eni d es — ein Gott, wie ihn die griechische Volksdichtung kennt, eine milde, persönlich gedachte Vorsehung ist in ihren Systemen nicht zu finden. Sokrates hat sich mit Spekulationen über Gott -eben sowenig befaßt wie mit Forschungen über Wesen und Entstehen des Weltalls. Trotz einigen schönen Ansprüchen über die Gottheit, steht -er doch im Ganzen auf dem Boden des volksthümlichen Polytheismus. Das ganze Wesen der platonischen Philosophie drängt dagegen zum Monotheismus hin und es bedürfte kaum der Stellen, in welchen Platon die Volksvorstellungen von endlosen Göttern ausdrücklich zurückweist 59), um zu zeigen, daß, wenn er selbst noch oft von Göttern spricht, darunter entweder die Gestirne zu verstehen sind, welche vom ganzen Alterthum und auch von jüdischen Philosophen für belebte