Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 228)
- Language
- German
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158 von einander ab. Von einem persönlichen, geistigen Gott als dem Prinzipe des Alls ist keine Rede. Zur vollen Gottlosigkeit sinkt die griechische Philosophie herab inLeukigyos und Demokrit. Sie lehren wesentlich dasselbe, was der heutige Materialismus lehrt: Alles ist entstanden, aus einer unendlichen Menge ewiger Atome eine Lehre, die als voller Atheismus hier übergangen werden kann. Anaxagores aber ist es, der, indem er die Vernunft als das schöpferische Prinzip annimmt, dem wahren Begriffe von Gott nahe gekommen zu sein scheint. Doch auch dieser Schein verschwindet bald, wenn wir erkennen, daß die Vernunft des Anaxagoras kein selbstbewußtes, persönliches Wesen ist, sondern ein die Natur durchdringendes, neben dem starren Stoff stehendes Prinzip, das einmal den Anstoß zur Bewegung gegeben hat, das aber in dem Weltall aufgegangen ist 57) und nun die ungeheure Maschine gehen läßt, wie sie eben gehen will. Dasselbe müssen wir auch von der philosophischen Schule sagen, die gleich dem Anaxagoras über die sinnliche Betrachtung der Dinge sich erhebt und von der Anaxagoras wahrscheinlich beeinflußt war, als er den Satz aussprach, daß der Geist alles geordnet habe — die pythagorisch eleatische. Die phthagorische Schule, ausgehend von der Betrachtung, daß ohne Zahl und Maß nichts erkennbar, die Zahl also das Prinzip des Erkennens sei, hielt die Eins, auf die ja alle Zahlen zurückgehen, für das oberste Prinzip derselben und, weil die Zahlen die Prinzipien der Welt sind, auch für das oberste Prinzip der Welt. Das ganze Weltall ist nach Zahl und Harmonie gebildet und in Form einer ungeheuren Kugel, in welcher