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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 155

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 155 (sequence 225)
Language
German
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IRI
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der Vielgötterei. Der Mensch verehrt die Sonne, die: Sterne, glaubt die ganze Natur von Göttern bevölkert und. stattet dann diese Naturgötter mit Allem aus, was er in sich Gutes und Schönes findet, mit Verstand, Gerechtigkeit und Güte. So werden dann aus Elementargöttern menschliche Gestalten, so wird bei den Griechen Poseidon aus dem kaum persönlich gedachten Okeanos, Zeus und Hera ausdem Aither, Apollon und Diana aus Helios und Selene. Diese Gestalten werden ihren zweifachen Ursprung nicht verläugnen. Als Erzeugnisse eines wahrhaft religiösen Gefühles werden sie als wahrhaft göttlich gepriesen, als allwissend, unsterblich und gerecht. Bald aber sinken sie zu bloßen Naturgöttern oderendlichen Menschen herab und sind als solche das Spiel einer schrankenlosen Phantasie. Diese aber scheut nichts mehr als die grenzenlose Unendlichkeit, sie kennt kein anfangsloses Sein, in ihr ist alles sinnliches Leben und menschliches Fühlen und Entstehen und Vergehen. Und widerspricht dem die Vernunft des Denkers, so ist die Phantasie des Dichters autonom und lacht der Widersprüche, die jene zwischen göttlichen und ungöttlichen Attributen Gottes entdeckt hat. So bewegt sich denn in reinen Widersprüchen, in bald erhabenen, bald unwürdigen Vorstellungen von Gott, in Vielgötterei und Ahnungen eines Monotheismus die ganze griechische Volksreligion. Derselbe Homer, der seinen Zeus allmächtig und allwissend nennt, gibt ihm sinnliche Triebe, läßt ihn „von Schlaf und Liebe gebändigt" sein 4Ö), und Gott Hermes labt sich nach langem beschwerlichen Wege zu Kalypso an Trank und Speise46). Derselbe Homer, der Zeus und die Götter gerecht und gütig nennt, läßt sie selbst unsittlich, neidisch4"),

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