Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 222)
- Language
- German
- Belongs to
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152 für das Kleinste30). Eine weise Negierung muß -die Dichter beaufsichtigen, damit durch sie nicht unwürdige Vorstellungen über die Götter verbreitet werden" 31). Aristoteles lehrt: Es gibt eine erste Ursache aller Bewegung, selbst unbewegt schlechthin nothwendig 32, unkörperlich, nicht im Raume, nicht in der Zeit, ohne Leiden und Veränderung 32), die Gottheit ist reines Wesen, absolute Denkthätigkeit, die das Göttlichste und Höchste — sich selber — in ewiger, nie unterbrochener Zeit denkt33). Dies ewige göttliche Denken seiner sellst ist Gottes Leben und Gottes Seligkeit34). Wenn wir mit diesen Aussprüchen der weisen Völker Griechenlands die Lehren der Bibel über Gott vergleichen, so muß es auf den ersten Blick scheinen, daß diese nicht allein nicht höher sondern tiefer stehen als jene. Die Bibel in ihren ältesten Urkunden lehrt nach der Ansicht neuerer Forscher noch nicht den reinen Monotheismus der späteren Zeit. Gott beräth sich mit andern göttlichen Wesen 3^), es ist die Rede von Göttersöhnen33), der Name Gottes „höchster Gott" deutet auf eine Mehrheit untergeordneter Götter; auch die anderen Gottesnamen „Adonai", „Elohim" sind Pluralbegriffe und werden zuweilen so gebraucht, als ob sie einer Mehrheit von göttlichen Wesen zukämen 3T), Gott wird oft als der höchste unter den Göttern gepriesen, diesen also eine wirkliche Existenz eingeräumt. So heißt es 3S): „Wer ist Dir gleich unter den Mächtigen, Ewigen? Der Ewige ist größer als alle übrigen Götter33), denn ein großer Gott ist der Ewige und ein großer König über alle Götter"43). Noch stärker als auf diese Mängel, welche.der Lehre von der Einheit Gottes anhäften sollten, ward besonders seit der Zeit der sogenannten Aufklärung darauf hingewie-