Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 221)
- Language
- German
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151 sagt von seinem Gotte: „Ganz sieht er, ganz hört er, ganz denkt er" 24). Aehnlich Parmenides und auch die Pythagoräer, die „die Einheit für das Wesen von Allem" halten, welche keinen Theil am Bösen hat und der in weiten Abständen alle übrigen Wesen nachahmen 25). Den Gipfelpunkt der griechischen Gotteserkenntniß erreichen die gewaltigen Denker, welche sich Schüler des Sokrates nennen, Platon und Aristoteles. Wenn des Sokrates Vorstellungen von Gott noch immer getrübt durch die mythischen Lehren der Volksreligion 2G), trotz seiner Verwerfung vieler unwürdiger Vorstellungen, trotz seines Glaubens an eine allwissende, weise und gütige Vorsehung, welche die Urheberin der Gesetzmäßigkeit in der Natur sei, die obgleich unsichtbar durch die Natur sich offenbare und nur auf Reinheit des Herzens, nicht auf die Größe der Opfer sehe27), so verschwindet bei Platon und Aristoteles jede unvollkommene Vorstellung von Gott; der Gegensatz zu den unwürdigen Lehren der Dichter und Mythologen wird aufs schärfste betont; Gott ist bei ihnen ein einig — einziges, geistiges, ewiges, heiliges Wesen. Näher kann hier die schwierige Frage nach dem Gottesbegriffe dieser Denker nicht erörtert werden, möge die Anführung weniger Stellen genügen: „Gott — lehrt Platon — ist niemals aus irgend eine Weise ungerecht, sondern im höchsten Sinne vollkommen gerecht und nichts ist ihm ähnlicher, als wer unter uns ebenfalls der gerechteste ist 28). Es gibt ein Wesen, immer auf gleiche Weise sich verhaltend, unentstanden und unvergänglich, unsichtbar und durch keinen andern Sinn wahrnehmbar 29). Gott ist ohne Neid, ' hat an dem Bösen keinen Theil, gibt auch Jedem das Gute, soweit es ihm dienlich ist, und sorgt für das Größte wie