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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 150

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 150 (sequence 220)
Language
German
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150 Sim onid es behauptet: „Immer gut zu sein, ist ein Vorrecht der Götter, dem Menschen ist es unmöglich, 19) und Archilochus lehrt: „Den Göttern stell' Alles anheim" 20). Es sind hier überhaupt nur Dichter angeführt worden, die vor dem peloponnesischen Kriege geblüht haben; ins Unendliche ließe sich diese Blumenlese aus späteren Schriftstellern erweitern. Möge dafür ein flüchtiger Blick auf die philosophische Entwickelung des griechischen Volkes erweisen,, daß diese einen noch höheren Standpunkt der Gottesanschauung bekundet, als die dichterisch-mythologische. Anaximander, der älteste griechische Philosoph, von dem spärliche Bruchstücke uns erhalten sind, lehrte, daß unsterblich und unvergänglich das Göttliche sei, daß es Alles umfasse und Alles lenk', und Anaxagoras leitet alle Bewegungen von einer frei waltenden „Vernunft" ab, „die Alles geordnet habe, die mit keinem Dinge gemischt, selbst unbewegt, der Bewegung Grund sei" 21). Und wenn schon die ionische Schule, die doch von der Naturbetrachtung ausgeht sich genöthigt sieht über die natürlichen Prinzipien einen „selbstständigen" Geist anzuerkennen, so darf es uns nicht Wunder nehmen, wenn der dorische Stamm an der Küste Süditaliens, von vorn herein begrifflichere Ausgangspunkte nehmend, abermals eine Stufe höher steigt in der Erkenntniß Gottes und ein göttliches Wesen lehrt, mächtiger als Alles, unabhängig von Allem, in sich abgeschlossen und keine Mehrzahl von Göttern neben sich duldend. Tenophanes sagt in Bezug auf den Volksglauben: „Ein Gott ist unter den Göttern und Menschen der größte, nicht an Geist und nicht an Gestalt den Manschen vergleichbar 22). Er verspottet, dem entschiedensten Monotheisten gleich, die dumme, viele Götter glaubende Menge29) und

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