Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 195)
- Language
- German
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dichten verkäme. Sollten etwa die muhamedanischen Quellen dergleichen vernachlässigt oder unterdrückt haben? — Es mag hier noch eines Vortrages von Dieterici: „Der Prophet in Israel und der Prophet im Jsmael," Erwähnung geschehen. — Mit der arabischen Wissenschaft, welche im achten Jahrhundert aus der Übertragung indischer und griechischer Schriften sich entwickelte, tritt nicht blos die wichtigste Wendung in dem jüdischen Schriftthum ein; sondern die Juden selbst übernehmen mit einem vielsprachlichen Leben auch den Beruf literarischer Dolmetscher und Vermittler, sie werden das Volk der Uebersetze r, sie treten in das Verhältniß des Empfangens und Gebens zu den allmälig sich entwickelnden Wissenschaften und Literaturen Europas. Nachdem nunmehr die indische und arabische Literatur bis zu einem gewissen Grade erschlossen ist, hat man auch begonnen, den geschichtlichen Zusammenhang derselben mit der mittelalterlichen europäischen, insbesondere der Volksweisheit und Poesie, als einen Zweig der Culturgeschichte genauer zu erforschen, und von diesem Gesichtspunkt aus ist die früher (Bd. VII S. 177) erwähnte Schrift und Zeitschrift Benfey's von allgemeiner, für uns von besonderer Bedeutung, obwohl seine gründlichen Studien gerade in den Beziehungen zur jüdischen Literatur die schwächste Seite darbieten; wie ihm u. A. das Material unbekannt geblieben, welches ich im Anhang zu meinem Schriftchen „Manna" (Berlin 1847) ausdrücklich als „Beiträge zur Geschichte des Zusammenhanges orientalischer und romantischer Literatur (in wissenschaftlichem Sinn)" niedergelegt. Fernere Beiträge und zwar mehr in Beziehung auf profane Wissenschaften (Mathematik, Astrologie und Medizin) wird eine zusammenfassende Abhandlung „zur Geschichte der Uebersetzungen aus