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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 121

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 121 (sequence 191)
Language
German
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121 Judenthum stützt und daher auch von jüdischer Seite beleuchtet worden. Es kann uns wahrlich nicht gleichgültig sein, wie sich die freie Forschung auf diesem Gebiete zu den jüdischen Quellen und' Studien verhalte. Es handelt sich hier nicht, über Dogmen und Religionsformen zu streiten, sondern Werke, die sich als geschichtliche Kritik ankündigen, zu kennzeichnen. Die Werke von Renan und Strauß werden uns nur zu wenigen und kurzen Bemerkungen Veranlassung geben. Ersterer ist nach Palästina gereist, um den Schauplatz seiner Darstellung aus Augenschein zu' kennen, und hat einen jungen jüdischen Gelehrten zu Hilfe gerufen, um sich auf dem Gebiete des Talmuds heimisch zu fühlen, aus welchem allein der Charakter des damaligen Judenthums zu schöpfen sei. Wenn Paulus (vormals Selig) Cassel, in seinem Bericht an einen Verein protestantischer Geistlichen, die Behauptung durchführt, daß die ganze Schrift Renau's nur ein verkappter Angriff auf die Macht des katholischen Clerus in Frankreich sei: so sind wir der Pflicht überhoben, diese allerdings geistreiche Deductiön zu prüfen; aber die Nachweisung am Schluffe, daß die vorgebliche Landeskunde und Belesenheit in jüdischen Schriften doch meist aus längst bekannten, mitunter antiguirten Quellen geholt sei, verdient auch unsere Beachtung. Hingegen wollen wir gern vergessen, welcher Unglimpf über Juden und Judenthum in jeder charakterisirenden Phrase Renan's steckt"'), in der Ueberzeugung, daß das Buch in einer glänzenden Gegenwart sein Anrecht auf eine Zukunft consumirt hat. Von seiner hebräischen Professur wird künftig in einem anderen Zusammenhang die Rede sein. — Was Strauß *) Wir verweisen auf die Zusammenstellung in der Hebr. Bibliographie 1863 S. 58.

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