Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 181)
- Language
- German
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111 ten Bibel ein „kindlicher Versuch", welchen man gar nicht ernstlich mit den Arbeiten unsrer Naturkundigen und Denker vergleichen könne. Hingegen hat G. B. Pianciani, Präsident des philosophischen Kollegiums in Rom, die Vergleichung der natürlichen Cosmogenie mit der Genesis sich fast zur Lebensaufgabe gemacht und den Schluß seines ausführlichsten Werkes nicht erlebt. — Andre Seiten bietet noch die geographische Bestimmung der Lage des Paradieses, worüber das Neueste in der Zeitschrift „der Katholik" zu lesen ist. Ein weiterer Zweig des, Zwischen Bibel und Wissenschaft schwebenden Themas ist die E in h eit des Menschenschlechtes im Zusammenhang mit der Entstehung der Sprachen (die babylonische Sprachverwirrung), eine Frage, bei welcher Anatomie, Geschichte und Sprachkunde gleichbetheiligt sind. Fr. Kaulen's linguistisch-theologische Untersuchungen über Genesis XI. wurden kürzlich von Pott, dem ersten Vertreter der vergleichenden Etymologie, wissenschaftlich beleuchtet. Bekanntlich hat Bunsen, der edle Vertreter der Bibel, den Anstoß zur Richtung der Sprachphilosophie auf die Verwandtschaft und oberste Einheit gegeben, welche in Max Müller's veröffentlichten Vorlesungen an der Universität Oxford fortvibrirt. Der Unterzeichnete betheiligte sich im Jahre 1851 auf den Wunsch Bunsens an den Versuchen einer Zusammenstellung von semitischen und Sanskritwurzeln, doch schien ihm der eingeschlagene Weg äußerer Lautvergleichung zu mechanisch, willkürlich und unfruchtbar. Er war nicht viel besser, als der vor 25 Jahren verunglückte Versuch von Delitzsch und Fürst. Die neuere Zeit brachte einzelne Beiträge zur Vergleichung jener , beiden am meisten entwickelten Sprachstämme, z. B. über den Dual von A. Müller in Wien, über Zahlwörter von dem Franzosen Benlöw. Einen weitern unglücklichen Anlauf von