Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 179)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2609281-3183017--6190-3183211- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
109 kommen sein, wenn besser Unterrichtete nicht bloß die Lücken der hier behandelten Kreise ausfüllen, sondern auch die nicht behandelten selbstständig darstellen. Wir haben unseren Bericht „aus der Literatur" überschrieben, um Ausführung und Andeutung, je nach dem Maße unsrer Kunde, abwechseln lassen zu können. Aus der geschilderten Beschaffenheit der „Grenzgebiete" möchten wir auch die Schwierigkeit ableiten, dieselben aneinanderzureihen und daher für jede Unregelmäßigkeit unsrer nachfolgenden Streifzüge durch dieselben um Nachsicht bitten'*). Wir beginnen an den entlegensten Endpunkten. Die moderne Wissenschaft hat sich von der Autorität der Bibel Losgesagt: stehen ihre Resultate mit dem Wortlaut oder der Anschauung der heiligen Schrift in Widerspruch? Wenn dies der Fall: muß mau, den philosophirenden Theologen des Mittelalters folgend, der Bibel exegetische Gewalt anthun, um eine Ausgleichung herbeizuführen, oder der menschlichen Wissenschaft nur eine vorübergehende Geltung zuerkenueu, oder aber die Autorität der Schrift auf das Gebiet der Sitte und Frömmigkeit beschränken? Die Frage ist auch in dieser Allgemeinheit vielfach besprochen; wir heben nur einige besondere Punkte hervor, an welche sich Versuche in einer oder der andern Art knüpfen: Die Schöpfungsgeschichte und Sündfluth, also die Vergleichung der ersten Kapitel Mosis mit den Ansichten und Hypothesen der Geologen, worüber namentlich Engländer neuerdings Veranlassung gefunden, sich auszusprechen, nachdem zu den früher (Jahrg. VIII. S. 134) erwähnten kritischen Essays and Reviews noch anderweitige und stärkere Angriffe auf die Bibelauto- *) Auch die Jahresgrenze (1860—64) halten wir nicht überall strenge ein.