Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 176)
- Language
- German
- Belongs to
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- Farabi 1× ep/1026031
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106 Midrasch der eigentlichen Literatur, den selbstständigen Schriften einzelner Autoren Raum gegeben, und — nicht ohne Zusammenhang damit — die arabische Sprache und andere das Organ wissenschaftlicher Thätigkeit geworden. Es gehört zu den schwierigen Aufgaben unserer jungen Literaturgeschichte, jüdische Philosophen, Aerzte, Mathematiker früherer Zeiten in fremden Quellen zu suchen oder wieder zu erkennen, weil die heimischen überhaupt zu dürftig sind, oder um profane Thätigkeit sich weniger kümmerten, oder weil die Namen in jenen Quellen angenommene fremde, zum Theil verstümmelte sind *־). Ja nicht einmal die hebräische Sprache und Schrift bürgt uns für das Judenthum des Autors, da mau Schriften und Namen (z. B. Chananja für Honein, Abi Jescha für Abu Naßr, d. i. Alfarabi, טבח oder לוצב für Jbn al-Dschezzar, Johanan היבבני für Joh. Bianchino u. dgl.) ins Hebräische übertrug, anderseits auch arabische, später spanische, deutsche Schriften von Muhammedanern und Christen in den fremden Sprachen jedoch mit hebräischen Lettern abschrieb, wovon ein eklatantes Beispiel weiter unten folgen wird. Dem gegenüber kann man sich eine Zukunft denken, in welcher die jüdischen Schriftsteller nur nach Theologen gezählt werden; wir sind jedenfalls noch weit ,davon entfernt und schweben daher zwischen prinzipiellen Gegensätzen. Das Interesse des Juden als solchen an der Literatur kann demnach ein zweifaches sein: sie bietet ihm einerseits Aufschlüsse über Angelegenheiten der Juden, über Gegen- *) So findet man z. B. eine Nachricht über Todesjahr und Tag des GersonideS in einer lateinischen Nebersetzung eines SchriftchenS, dessen Vers. bloß Leo genannt wird. Siehe Hebr. Bi bl io» graphie 1864 S. 83.