Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 129)
- Language
- German
- Belongs to
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5!) die meisten dieser Klasse kennen ihr Vaterland schlecht und achten es noch weniger. Ich bin am liebsten mit der Mittelklasse (zu der denn natürlich auch die Nleisteu Gelehrten gehören) und mit diesen mngegangen, die so erzspanisch sind, .daß sie nicht einmal eine andere Sprache geläufig reden. Und in dieser Klasse habe ich viel wahre Aufklärung und viel eigenes Nachdenken gesunden. 9hxx muß man nie die Schwierigkeiten vergessen, die diese- Menschen zu überwinden haben, und Grade der Aufklärung zu unterscheiden wissen, da man nicht Alles auf einmal fordern kann. Dies nicht zu thun, macht, daß die französischen Reisenden gewöhnlich das entgegengesetzte Urtheil füllen. Die Quelle aller oder doch der meisten Vorurtheile ist natürlich nur die Religion, und da geht nun die Aufklärung sehr mannigfaltige Stufen durch. Einige bestreiten mit wahrem Aufklärer-Eifer vorgebliche Wunder und Heiligenlegenden, nicht um überhaupt gegen die Wunder zu reden, sondern um die, die sie für die wahren halten, desto besser zu retten; Andere sind noch, was in Frankreich und Deutschland fast unerhört ist, ausgemachte Jansenisten; Viele sind religiös ohne bigott zu sein u. s. f. Aber zwei, wie es mir scheint, sehr offenbare Symptome einer beginnenden und mehr als beginnenden Aufklärung habe ich sehr allgemein gefunden: Haß gegen den Druck der Inquisition, und eigenes Nachdenken über die Gegenstände der religiösen Tradition. Wie weit nun das Vorrücken dieses Nachdenkens zur Wahrheit ist, hängt natürlich von der Verschiedenheit der Individuen ab. Die Inquisition verbrennt keine Ketzer mehr, aber sie thut darum jetzt gleich großen Schaden, als jemals. Sie hindert die Cirknlation guter ausländischer Schriften, noch mehr das eigene freimüthige Schreiben und die Verbesserung