Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 105)
- Language
- German
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35 Von seinen Glaubensbrüdern entfernte er sich nie, seinem Charakter, 'der in der Liebe'zur Wahrheit seinen Schwerpunkt hat, war jede Art der Heuchelei unmöglich. Hörte er auch auf, ihren Cultus zu theilen, so schwand doch nicht das Interesse für seine bedrückten Brüder, als deren Reformator er schon in seinem zwanzigsten Jahre auftrat. „Ich hatte mir einen Plan dazu entworfen," erzählt er in seiner Selbstbiographie, „und wollte die Ausführung desselben mit Abschaffung eines Mißbrauches anfangen. Bei jeder Fenersbrunst bezahlen die Juden in Berlin, da sie nicht selbst löschen, zehn Thaler. Ich trug also bei den Aeltesten darauf an, daß die Judenschaft sich eine Spritze anschasfen und selbst löschen sollte. Ich wollte die Spritze bauen und sie bei jeder Feuersbrunst unentgeltlich als Röhrenmeister dirigiren. Viele der Aeltesten unterstützten mein Vorhaben und durch ein Circular, in dem ich alle religiösen Bedenklichkeiten hob, erhielt ich bald so viele Snbscribenten, daß ich mit den unterschriebenen Summen wohl vier Spritzen hätte bauen können. Allein die Sache kam doch nicht zu Stande, aus Gründen . . . „Weil ich aber mein Vorhaben auf die Juden zu wirken," fährt Bendavid fort, „durch den ersten mißlungenen Versuch nicht aufgegeben hatte, glaubte ich mich äußerlich nach ihren Sitten bequemen zu müssen. Mein Vater war so eben gestorben, und ich besuchte daher gleich nach der erhaltenen Nachricht von diesem Todesfälle die Synagoge, um nach jüdischem Gebrauch das Seelenamt für ihn zu ralität zugehen solle und daß er dann in ihr die Spuren der vernünftigen Einrichtung, die Hand einer Gottheit erkennen möge. Cr allein glaubt an Gott, hofft, daß das, was hienieden nicht geschieht, dort jenseits des Grabes geschehen werde; hofft Unsterblichkeit. —" 3*