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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 34

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 34 (sequence 104)
Language
German
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Hause seiner Eltern sogar dem Namen nach nicht gekannt; er wurde bloß zu einem sittlichen ordentlichen Lebenswandel und. zur Verrichtung des Morgen- und .Abendgebets, als einziger Religionsübung angehalten. Und doch war er, nachdem er sein dreizehntes Jahr zurückgelegt und den Tag seiner „Einsegnung" mit einer langen Rede gefeiert hatte, auf dem besten Wege, ein recht frommer Jude zu werden.. „Mit der wahrsten herzerhebenden Inbrunst verrichtete er seine Gebete und mit der Hingebung eines Schwärmers beobachtete er streng die üblichen Fasten. Er stand alle Morgen um vier Uhr auf, um das Gebet in den dem Versöhnungsfeste vorhergehenden Tagen in der großen Synagoge zu verrichten, weil die kleineren Synagogen seiner Andacht nicht genügten und die versammelte betende Menge fein jugendliches Herz besser zum Schöpfer zu erheben schien. Seine Eltern legten seinen Andachtsübungen zwar kein Hinderniß in den Weg, thaten aber denselben nicht den geringsten Vorschub; sie hatten kein Wort des Lobes oder des Beifalls für ihn." Diese Schwärmerei kühlte sich sehr bald ab und schlug ins gerade Gegentheil um. Seine Andachtsübungen hörten auf, er beobachtete kein Ceremonialgesetz, besuchte keine Synagoge mehr, und das Alles schon in einem Alter von fünfzehn Jahren; alles Positive gab er auf und behielt den Glauben an Gott, an Unsterblichkeit und eine bessere Zukunft *). . ' *) Im 3. Bande der neuen Berliner Monatsschrift, 1800, S. 366 ff. befindet sich eine Abhandlung Bendavid's: „lieber den moralischen Beweis vom Dasein Gottes;" da heißt es zum Schluß: „Nur der moralische Mensch, dessen Streben dahin geht, nur das zur Wirklichkeit kommen zu lassen, was da sein sollte, nur er bestärkte sich in seinem Glauben an Gott immer mehr und mehr, weil' eS sein innigster Wunsch ist, daß auch in der Welt altes nach Mo-

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