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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 26

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 26 (sequence 96)
Language
German
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IRI
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26 im Zimmer nicht aushalten und lief ins Freie. Unter den Linden traf ihn ein alter Bekannter, dem er in der Verzweiflung sein volles der Ergießung bedürftiges Herz auf schloß. Dieser verschaffte ihm sofort eine seinen Kenntnissen entsprechende Beschäftigung und einige Stunden, so daß er seinen armen Vater unterstützen und für seinen eigenen Unterhalt sorgen konnte. Sein Gemüth wurde wieder heiter, seine Gesundheit ohne Hilfe des Arztes wieder hergestellt und mit neuer Kraft ging er wieder an seine Studien. Nun trieb er einige Zeit mit besonderer Vorliebe Physik und beschäftigte sich mit Astronomie, dieser Kunst der Herschel und Bode, welche er für das Höchste des menschlichen Wissens hielt. Aus seinem Kammerfenster hinaus baute er sich ein Observatorium auf, beobachtete den Mond und fing an zu schreiben. * Im Märzhefte des Jahres 1785 der von Biester herausgegebenen Berlinischen Monatsschrift, welche Mendelssohn, .Friedländer, Salomon Maimon und noch einige seiner Glaubensgenossen zu Mitarbeitern hatte, erschien seine erste Abhandlung unter dem Titel: „Ob die sieben Hauptfarben die einfachsten sind?" *) in einem Brief an seinen Freund Marcus gerichtet, und ein Jahr später seine Schrift: „lieber Parallellinien in einem Schreiben an Karsten." Bald war Bendavid in den gelehrten Kreisen nicht mehr unbekannt. Der alte Castillion, den es freute, einen jungen Menschen gefunden zu haben, der den Euklid durchweg studirt hatte, schätzte ihn und der Mathematiker Kästner in Göttingen stellte ihm das epigrammatische Zeugniß aus: „Bendavid weiß so viel Mathematik, daß er auf jede *) 1, 1785, I. 457 ff. Diese Abhandlung ist unterzeichnet Ben-David.

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