Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 97)
- Language
- German
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Professur Anspruch machen kann, nur nicht ans meine, so lange ich lebe." Zu diesem Kästner, mit dem er noch lange einen Briefwechsel unterhielt, trat er bald, ein Jahr nach dem Erscheinen seines Werkes „über das mathematische Unendliche", das aus in Berlin gehaltenen öffentlichen Vorlesungen entstand,*) in persönliche Beziehung. Als Begleiter und Erzieher eines jungen, Medizin studirenden Holländers verlebte er mehrere Monate in Göttingen und erwarb sich die Freundschaft der meisten dortigen Professoren, außer Kästners, namentlich Lichtenbergs, bei dem er Physik hörte, Michaelis, Burgers, Feders u. a. Von Göttingen begab er sich zur Fortsetzung seiner akademischen Studien nach Halle, wo er mit Eberhard viel umging, und für dessen Archiv die „Prinzipien der Mathematik" ausarbeitete. Kaum dort angelangt, überreichte ihm die dortige philosophische Fakultät auf Eberhards heimliche Veranstaltung das Ehrendiplom eines Doktors der Philosophie, eine Ehre, die Bendavid sehr gleichgültig aufnahm und die Kästner zu dem Epigram veranlaßte: Was soll Ihnen der Doktorhut? Der ist ja nur für Schwaben**) gut, Die doziren müssen, Was sie selbst nicht wissen. *) Versuch einer logischen Auseinandersetzung des mathemat. Unendlichen. Berlin 3789; 2. Ausl. 1/96. - Vgl. auch: Ueber Bendavid's Lehrsatz, von Gottlob Nordmann. Berlin, Maure 1823. **) Kästner hatte hierbei, nach Bendavid's Bemerkung, einen gelehrten Schwaben im Aug, den er nicht leiden konnte und der ihm beständig zum Stichblatte dienen mußte.