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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 25

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 25 (sequence 95)
Language
German
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IRI
…/2609281-3183017--6106-3183127
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Neben seinen gelehrten Studien, denen er emsig und regelmäßig von Morgens fünf Uhr bis spät in der Nacht oblag, hatte Bendavid jetzt den Gedanken, den sein Prediger einmal in ihm rege gemacht, mächtig erfaßt, ein Metier zu erlernen, dessen Ausübung seinen Lebensunterhalt einst sichern könne. Da er als Jude die Hoffnung auf eine öffentliche Anstellung nicht hegen konnte und vom Handel nichts wissen wollte, so entschloß er sich, Mechaniker und wie Spinoza, - dessen Bild ihm vorgeschwebt haben mag, Glasschleifer zu werden. Wie aber einen Meister finden? Moses Mendelssohn, der die Spekulation gern auf eine Stunde ins Nebenzimmer schickte, wenn es sich darum handelte ein Judenkind für das Handwerk zu gewinnen, und der später als Ichthyologe berühmt gewordene Doktor Bloch gaben sich alle Mühe, ihn unentgeldlich bei einem Meister unterzubringen, sie waren aber in ihrem Bestreben nicht glücklich; ein Berliner Mechaniker nahm ihn endlich gegen ein „Stück Geld, das er sich als Hausirer und Kaufmann erworben hatte", in die Lehre. Der junge Gelehrte machte auch an der Drehbank recht gute Fortschritte und lernte alles, was zum Metier gehörte; es fehlte ihm aber die nöthige Geduld und er schlüpfte bald wieder zu seinen Studien, über welche er Hunger und Noth vergaß. Auch Bendavid war der Kampf mit den Schicksals- Tücken nicht erspart. Die Eltern waren arm, die Mutter in Dürftigkeit gestorben, der Vater lebte zu Nancy im größten Elend, der Freitisch, den Bendavid bei einem seiner Verwandten einige Zeit hatte, war ihm entzogen, Unglücksfälle, schlechte Nahrung, unregelmäßige Lebensart hatten seine Gesundheit zerrüttet. Dabei hatte er noch für einen jüngeren Bruder zu sorgen. Der Kelch seiner Leiden war voll bis zum Ueberlaufen und doch blieb sein Auge trocken. Er konnte es *

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