Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 83)
- Language
- German
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Das Buch Hai die Aufgabe, die Vernünftigkeit der jüdischen Lehre nachzuweisen sowohl an sich als auch gegenüber allen in jener Zeit in Blüthe stehenden Meinungen. Saadias bedient sich zu diesem Nachweise folgender Methode. Er holt zunächst die Meinung der Schrift ein über jede der von ihm berührten Fragen, weist dann nach, daß diese Meinung der Schrift zugleich auch diejenige sei, welche von der unparteiischen vernünftigen Erwägung bestätigt wird, geht dann mit der umständlichsten Sorgfalt und mit einer für jene Zeit überraschenden Kunde aller geschichtlich zum Vorschein gekommenen Meinungen auf diese Meinungen ein, um entweder ihre Unhaltbarkeit oder ihre Uebereinstimmung mit der biblischen Ansicht zu erhärten, das Für und Wider gründlich zu erwägen und schließt in der Regel damit, daß er diejenigen Bibelstellen, welche unter einander sich zu widersprechen scheinen, auszugleichen sucht. In dieser Weise behandelt sein in 10 Traktate zerfallendes Buch die wichtigsten Fragen des Glaubens von den allgemeinsten,, bis zu den speziellsten, von der Frage, 'ob die Welt von Ewigkeit her sei oder geschaffen, oder von der Frage, wie man sich die Einheit und Einzigkeit Gottes zu denken habe, bis zu den Fragen über die Auffassung einzelner Gebote, einzelner Schriftstellen, einzelner Verheißungen. Näher ist der Inhalt der zehn Traktate folgender. Der erste bespricht den Satz, daß die Welt und was sie füllet einen Anfang in der Zeit, einen Schöpfer habe. Nachdem er diesen Satz durch vier Beweise glaubt außer Zweifel gestellt zu haben, geht er auf nicht weniger als auf 13 entgegenstehende Meinungen ein, unter denen wir die altgriechischen und modern arabischen bald rein, bald gemischt erkennen, um sie zu widerlegen. Der zweite Traktat bespricht die Einheit und Einzigkeit des Schöpfers. Der dritte, inwiefern es vernunftgemäß ist, daß von diesem Schöpfer uns Ge- und Verbote ertheilt worden seien und über die Natur