Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite XXXIII (sequence 59)
- Language
- German
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XXXIII durchschnittliche Lebensdauer, numerisches Verhältniß so wie die Dauer der Fruchtbarkeit bei beiden Geschlechtern in all diesen Beziehungen haben sich die in früheren Zeiten bemerkten Verschiedenheiten verloren. Nicht anders steht es mit den Nacht- und Kehrseiten der Gesellschaft, wo es wieder die Statistik ist, die uns Verbrechen unter Juden nachweist, welche die älteren Kriminalisten seltener zu registrkren hatten, und das ist allerdings ein Umstand von hoher Bedeutsamkeit. Denn wenn irgendwo eine wilde Naturwüchsigkeit, weil ungebnndigt von Zwang und Rücksichtsnahme zur Macht gelangt; so geschieht es gewiß da, wo alle Bildung und Gesittung niedergedämmert ist, und der Meysch' in seinem Zerrbilde erscheint, wo Elend und Verkommenheit den Geist regieren, und er, von sich selbst verlassen, der Verzweiflung und Verirrung anheimgefallen ist. Da gibt es eine gewisse grauenhafte Wahrheit gegen sich selbst, eine Treue an die angeborne Natur, weil alle Kraft sie zu verleugnen im Jammer und in der Zerstörung abhanden gekommen ist. Wenn sich daher irgendwo ein nationales Gepräge, eine Racennatur in ihrer Nacktheit zeigen kann, so vermag sie dies am Verbrecher, an dem Verlassenen und Verzweifelten. Aber auch in dieser schauerlichen Sphäre bietet uns die neueste Zeit keine Anhaltspunkte, ein besonderes jüdisches Sein und Leben anzunehmen, und so fragt man denn mit einigem Rechte, woraus sich .denn eigentlich eine spezifisch-jüdische Geschichte der Gegenwart zusammensetzen sollte? Was man da verzeichnen könnte, sind Vorfallenheiten aber keine Ereignisse, Geschichten aber keine Geschichte. Die Juden theilen das