Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite XXXII (sequence 58)
- Language
- German
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XXXII ebenfalls mit den Schranken der Ghetti verschwunden zn sein. Die nationalen Tugenden und früher markirt hervorgetretenen Fähigkeiten werden immer blässer, und die dem Nationalcharakter eingebornen Schwächen und Schattenseiten haben ebenfalls merkliche Veränderungen erfahren. Der scharf ausgesprochene Familiensinn, die Nüchternheit, Einfachheit, und Sparsamkeit, das vorsorgliche Wesen, der bedächtige Wandel, die innere Zucht und Ehrbarkeit , die rege Beweglichkeit — Tugenden, die sonst den Inden kennzeichneten, treten allgemach zurück und man beginnt dafür mehr Formensinn, gestaltenden Trieb, äußern Anstand, feines Benehmen, Tapferkeit wahrznnehmen und vor Allem die Neigung auS der Befangenheit und Einseitigkeit hinaus zu kommen und zu einem Anschlüsse an das Ganze und zu einem Anfgehen in der Gesammtheit sich zn erheben. Selbst die.Statistik, die doch bekanntlich noch wortkarger als der Lapidarstyl ist, kann sich der Offenbarungen in diesem Sinne nicht enthalten. Die Lebensweise Nahrungsmittel, Hauseinrichtnngen, geistige Beschäftigung und bürgerlicher Beruf, Erziehungswesen und Geselligkeit der Inden werden nicht mehr vom politischen Druck einerseits und an vielen Orten auch nimmer von der religiösen Satzung so unablässig wie ehedem beherrscht. Die statistischen Ziffern für die jüdischen Verhältnisse erreichen daher seit einiger Zeit (besonders in Oesterreich) eine sehr bemerkenswerthe Proportinalität zu den gleichnamigen die Gesammtbevolkerung kennzeichnenden Zahlenausdrücken: Geburten und Sterbefülle, Trauungen und Mischehen, Zahl der ehelichen wie unehelichen Kinder, Zivilstandsliften und