Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite VIII (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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VIII Idyllen in der Thorasprache nach, der Arzt referirt über die Hautkrankheiten und sonstige Anomalien, deren Bibel und Talmud erwähnen, der Botaniker sucht Zeder und Dsop nach modernem Systeme zu bestimmen, der Zoolog will durchaus die Tachaschfelle analysiren, der Astronom untersucht den jüdischen Kalender, der Philolog hat alle Hände voll zu thun, jeder will zu Worte kommen, jeden drängt es, seine Entdeckung an den Mann zu bringen. Jener dort hat eine Bibelstelle gefunden, die allen Erklärungskünsten Widerstand leistet, und dieser wieder eine Mischnah, der er die Unverständigkeit aufdisputirt hat; da schleppt der Eine eine Midraschstelle von himmelschreiender Schwierigkeit herbei, für die er eine eben so himmelschreiende Lösung erfunden. All das drangt sich bunt durcheinander in den ersten Wiener Almanach für Juden, der bald der Sammelplatz der hervorragendsten Geister unter den österreichischen Juden geworden war. Hier hatte Rappo p ort seine ersten Lorbeeren als Vater der Kritik jüdischer Geschichte errungen und von hier aus schwang sich sein Name zu einer Zelebrität ersten Ranges empor. Reggio, Luzzatto, Jeiteles schafften einer gesunden Sprachforschung, einer gründlichen Exegese Eingang, Schöngeister veredelten den Geschmack, machten den Sinn für Schönheit des Styles rege. Der ursprüngliche Charakter der Bikure haittim trat allgemach zurück, das „Prämienbuch für die fleißigeJugend" ist zum österreichischen Mendelssohn geworden, es vertrat die jüdische Hochschule, es schien das buchgewordene Rabbinerseminar zu sein, es ward zur Autorität, ton- und maßgebend für alle Juden, welche die Augen für die neue Zeit aufgethan hatten. Aber