Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 6 (6.1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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also und fing an, von allen Tieren je ein Paar ins Wasser zu werfen. 21& der Fuchs dies sah, stellte er fich vor den Engel hin und begann zu weinen. Dakagre ihn der Todesengel: Wesfenthalben weinst du? Der Fuchs antwortete: Ich weine über meinen Genossen, den du ins Meer geworfen hast. Der TodeSengel fragte: Wo ist denn dein Genosse? Da stellte sich der Fuchs an das Ufer des Meeres, und der Todesengel sah seinen Schatten im Wasser und. meinte, er hatte einen Fuchs schon ins Wasser geworfen. So sprach er denn zum Fuchs: Nun gut, so kannst du geben. Da lief der Fuchs davon und war entronnen. Und er traf unterwegs das Wiesel und erzählte ihm alles, was geschehen war und was er getan hatte. Da ging das Wiesel und stellte es mit dem Todesengel ebenso an, und so war auch dieses Tier entronnen. Und es geschah nach Jahresfrist, da versammelte Leviathan alle Geschöpfe, die im Meere wohnten, um sich; aber e« fehlten der Fuchs und das Wiesel, die nicht in das Meer gekommen waren; da fragte Leviathan nach den beiden, und die Tiere erzählten ihm. was der Fuchs getan hatte und wie er und das Wiesel durch ihre Klugheit dem Wasser entronnen waren; sie sprachen vom Fuchs, er sei der Weiseste von allen. Als Leviathan von: FltchS erfuhr, wie findig er sei, beneidete er ihn um seine Klugheit und schickte die großen Fische nach ihm aus; er befahl ihnen, ihn zu überlisten uub ihn berzubringen Da gingen die Fische; sie kamen ans Ufer und sahen ihn, wie er auf und ab spazierte. Der Fuchs sah die Fische ans User kommen; er wunderte sich und ging auf sie zu; da fragten ihn die Fische: WaS bist du für einer? Und der Fuchs erwiderte! Ich Lin der Fuchs. Die Fische sprachen: weißt du nicht, welch große Ehre dir widerfahren ist, und weswegen wir hierhergekommen sind? Der Fuchs fragte r Was ist's? Die Fische antworteten: Unser Herr, Leviathan, ist erkrankt und ist dem Tode nahe, und er hat bestimmt, daß keiner nach ihm König werde außer d:r, denn er hörte von dir, du seist weiser und verständiger denn alle anderen Tiere; und nun sind wir ausgesandt worden, dich zu ihm zu bringen. Go fahre denn mit uns, die wir dir zu Ehren gekommen sind. Da sagte der Fuchs: Ja, wie kann ich aber ins Wasser kommen und nicht ertrinken? Darauf antworteten die Fische: Du^wirst auf einem von unS reiten: wir werden dich über das Meer tragen und dir wird nichts geschehen. Wirst du aber den Ort des Königs erreichen, so «erden wir dich dort hinsetzen, und du wirst König sein über alle und wirst alle deine Tage froh sein; du wirst um deine Nahrung nicht mehr in Sorge sein, und die bösen Tiere, die größer sind als du, werden dir nichts tun können. Als der Fuchs die Worte der Fische hörte, glaubte er ihnen; er setzte sich auf einen von ihnen und ritt auf ihm durch das Meer. Als aber die Wellen des Meeres an ihn schlugen, da ward dem Fuchs bange; aller Wahn wich von ihm, und er sprach bei sich: Weh mir, was Hab' sich getan? Gewißlich haben mich die Fische zum Narren gehabt, weil ich andere Tiere genarrt habe; und nun bin ich in ihre Gewalt geraten; wie soll ich mich erretten? Und er sprach zu ihnen: Seht, ich bin mit euch gegangen, und in euer Gewalt bin ich mwmehr; sagt mir die Wahrheit, was soll ich euch? Da antworteten die Fische: Wir wollen dir die Wahrheit gestehen; Leviathan hörte von dir, daß du überaus klug seist, und da sprach er: ich . will seinen Leib aufmachen und sein Herz verzehren, aus daß ich ebenfalls weife werde. Da sprach der Fuchs zu den Fischen: Warum habt 160 S; '