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Blau-Weiss-Blätter · 1919-06-01 · 6 (6.1919) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
6 (6.1919)
Date
1919-06-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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FahrlenbUder Sommer — Sanne— Sommersonnentag. Spiegelglatt liegt das Haff. Kein Lüftchen regt sich. Mittagsgluthitze. Ich sitze vorn am Bug des Schiffe- und lasse die Beine über die Reling baumeln. Und es ist so schön, an nichts denken zu müssen. Das Wasser, durch den Dampfer aus seinem Schlummer geweckt, plätschert unwillig gegen die Bordwände, manchmal hochaufspritzend, wirst einige spitze Wellen, * die dann immer breiter und ruhiger werden, bis sie wiederum ganz verschwinden. Näher und näher rückt die Nehrung; bald wird der Dampfer an der Landrmgsbrücke an legen. * JungenS und Mädels aus Danzig und Königsberg haben wir uns getroffen; um einige Tage der Freiheit gemeinsam zu genießen und nicht zuletzt unS kennen zu lernen. Wir kamen und kannten uns nicht. Und doch waren wir uns sofort einander nab; fühlten: daS sind Menschen, die uns verstehen und deren Ideale die unseren sind, — wir sangen, tanzten und waren stoher Dinge. * Eine lichte Mitternacht. Und ich denke an eines Dichters Worte: „Dies ist die Stunde, o Seele, dein freier Flug ins Wortlose, dich ganz und weit forthebend, schweigend, staunend, sinnend" —- Fern, ganz fern sehen wir das Leuchtfeuer, wie es aufblinkt: weiß und rot und wieder weiß und rot, ewig wechselnd--- 1 „Ueber die stillen Wasser zieht Unser Abendlied"- Einige der 'unsrigen baden und tanzen Wasserreigen. Langsam schiebt sich hinter einer dunklen Wolke der Mond hervor. Mit seinem geisterhaften Lichte bestrahlt er die Gestalten im Wasser, die sich gleich Silhouetten abheben Seht ihr dort Hinten das Gespensterschiff? Mit geblähten, schwarzen Segeln gleitet cS mit Windeseile näher. Hoch spritzen die Wellen am Bug hinauf. Auf. dem Deck bewegen sich seltsame Gestalten. Jetzt beginnt der Sturm. Höher und höher wird die Brandung. Und durch das Getöse klingt unheimlich dumpf der „Gesang der Geister über dem Wasser." # Mittagszeit. Ich liege im Grase. Blauender Himmel und grünende Wiesen; rauschender Wald und dahinter das Meer, das unendliche, erhabene-Gedanken und Träume kommen und gehen, wie die weißen Wölkchen am Himmel, ganz sacht und leise. Nicht lange aber bleibe ich so still liegen. Die andern sind beim Tanz, . und schon stehe ich mitten zwischen ihnen. „Und mein Spiel und Singen laßt die Paare springen, rundinella rula". — Immer rascher und rascher wirbeln wir herum, bis wir uns wieder erschöpft ins Gras werfen. Wind und.Wolken zogen davon. Auf dem weiten, glimmenden Waffer schlief die Sonne immer noch in ungetrübter Ruhe und träumtet Und wir machten es der Sonne nach. Wie lauget — Bis wir aufstanden und weiterzogeu. * Elbing ) I a m e s BreSla n e r m

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