Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 6 (6.1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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> Dagegen ist eS ein Fehler, den oft noch über den Nari oder sonstigem Gestern auflagernden, durch Verwitterung oder Anschwemmung an gehäuften Erdboden zum Ackerbau zu benutzen. Dazu ist derselbe zu flachgründig und der Vertrocknung auSgesetzt. Wo die schützende Decke deS Narr überhaupt fehlt, auch in den Lücken derselben muß natürlich däS Land durch vieles Pflügen utib häufigeres Hacken aufgelockert werden. o) Die Jordantaleberre. In der Zordantalebene sind die Bodenverhältnisse recht verschieden. Ungewöhnlich, fruchtbare Aecker finden sich an den Rändern der großen Sumpfgebiete in ■N mb SW deS Hule-SeeS. Auch im E und deS TiberiaS-SeeS gibt eS ähnliche, von ständigen Flüssen durchzogene Tiefebenen mit Sümpfen und. gutem Ackerboden. s In der Zordantalebene unterhalb des TiberiaS-SeeS bis zum Toten Meer ist der Boden ans den Ablagerungen eines riesigen Binnensees entstanden, in welchem der Schutt und Feinschlamm aus dem ganzen mittleren und östlichen Palästina zusammengetragen wurde. Vorwiegend treffen wir ein oft blendend weißer, feinkörniges, kreidig-mergeligeS Gestein von außerordentlich feiner Schichtung an. Eine Analyse deS Bodens von der jüdischen Farm Dagania auf dem östlichen Jordanufer im § deS TiberiaS-SeeS ergab: hohen Kalkgehalt von 41,5%, Quarzsand zu 31,6 %, Ton zu 17,18 °/o, Eisenoxyd 4,5%, Magnesia 1,4%, Phosphorsäure 0,33 %, Kali 0,16%, Stickstoff 0,13 %. Das ist also ein mittelschwerer Kalkboden mit ausreichender Nährstoffmenge. Bei den geringen Niederschlägen und der überstarken Dränage durch das tief emgeschnittene Flußtal des Jordan und seiner Zuläufe ist der Boden ungewöhnlich trocken, daher fast vegetationslos. Aber wo Berieselung möglich, bringt er bei dem heißen Klima einen Ertrag von tropischer Ueppigkeit. Solche Bericselungsoasen, wie Desan, el-Far'a, Jericho, find noch viel zu wenig, vorhanden. Sie könnten allermindestens noch verdoppelt, ja verdreifacht werden durch Verwendung von Wafferleitungen, Pumpwerken und Aufstauungen am Jordan, Jarmuk, Dschalud uridJkbbok. 4) Die östliche Steppe und Wüste. Zn der Steppengegend im östlichen Teil des Ostjordanlandes ist der Boden im allgemeinen von gleichmäßiger Beschaffenheit, bei rotbrauner bis gelblicher Farbe. Das ist das Gebiet der Weiden, bewachsen mit kurzem Gras, Steppenpflanzen und Sträuchern und nur in den Talrinnen vereinzelten Bäumen. Durch sich mehrende Einstreuung wüster Partien mit ganz nacktem Felsbezw. Schüttboden geht die Steppe nach O in die syrisch-arabische Wüste über, die selbst noch von oft ausgedehnten Weideplätzen und Oasen mit Quellen und Bewässerungsgärten unterbrochen wird.;v Oberflächenwasser kann sich hier nicht halten, und das tiefgelegene schwache Grundwaffer ist nicht leicht zu erreichen. Rur wenn und wo Regen fällt, stellt sich gute Weide ein, Wa8 natürlich wechselt, und die Nomaden mit ihren Herden sind zum Wanderleben gezwungen. Durch Anlage von Zisternen und Wafferbassins und Bewässerung lätzt sich aber auch in diesen Gegenden feste Ansiedlung mit Garten- und Ackerbau ermöglichen, da der Boden an sich nicht schlecht ist. Marburg Prof.Dr. Mar Blanckenhoru " * löl