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Blau-Weiss-Blätter · 1919-04-01 · 5 (4.1919) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
5 (4.1919)
Date
1919-04-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Zeder von und könnte wohl tausend Dinge dem hinzufügen, was ich vom Walde erzählt habe. Aber geht nur hinaus und seht Euch daS an, wovon hier steht; seid gewiß, Ihr stndet »och viel, viel mehr. Wer wird n»S min von de» vielen anderen Dingen erzähle», die die Natur uns zeigt? Hier sind ein paar: der See, das Dorf, norddeutsche Ebene, das Mittelgebirge, die großen Flüsse. Macht mir dir Augen auf, alles andere kommt von selbst. Gut Steinach a. d. Eins, b. Nothenburg ob d. Tauber Werner Rosolio Me Anteilige«? -er Kiene« Aus „Das Leben der Bienen" von M. Maeterlinck (Verlag Engen Diederichs, Jena) Ehe wir die Falten des geheimnisvollen Vorhangs lüften, unter dem die Grundmauern der eigentlichen Wohnung gelegt werden, versuchen wir doch einmal uns klar zn machen, welche Intelligenz unser Völkchen vor» Auswanderern entwickeln, welches Augenmaß und welcher Fleiß nötig sind, um das neue Obdach wohnlich zn machen, den Stadtplan im Leeren zu entwerfen und in Gedanken den Platz für die einzelnen Gebäude festznlegen, die so sparsam itiib so schnell wie möglich erbaut werden müssen, denn die Königin hat es eilig mit dem Eierlegen und setzt die ersten bereits auf den Boden. Es ist in biefem Labyrinth der verschiedensten^ bisher nur in der Vorstellung bestehenden Bauten, die durchaus nach keinem Schema errichtet werden können, schwer, sowohl den Gesetzen der Ventilation, wie denen der Haltbarkeit und der Stabilität Rechnung zu tragen; die Widerstandskraft des Wachses, die Art der anfznspeichernden Lebensmittel, die Bequemlichkeit der Zugänge, die Lebensgewohnheiten der Königin, die gewissermaßen vorherbestimmte. weil organisch zweckmäßigste Verteilung der Vorratshäuser und Wohnräumc, der Straßen und Durchgänge und viele andere Fragen, deren Aufzählung hier zu weit führen würde, sind hier zu bedenken. Nun aber ist die Form der Wohnungen, die der Mensch den Bienen anbietet, die denkbar verschiedenste; sie wechselt vom hohlen Baumstamm oder der Tonröhre, die in Asien und Afrika noch im Gebrauch ist, und voll der klassischen Strohglocke, die in einem Gebüsch von Monatsrosen und Sonnenblumen im Gemüsegarten oder unter den Fenstern unserer meisten Bauernhöfe steht, bis zu den wirklichen Werkstätten der modernen Mobilzucht, wo sich oft mehr als 150 Kilogramm Honig in drei oder vier Wabenstockwerkcn übereinander in einem herausnehmbaren Nahmen befinden, der das Ansschlendern der Waben mit einer Honigschleuder und das Wiedeteinsetzen derselben gestattet, ganz als ob man in einer wohlgeordneten Bibliothek ein Buch nach Benutzung wieder an feinen Platz stellt. Laune oder Erwerbssinn des Menschen schlägt den Schwarm also eines Tages in die eine oder andre dieser recht ungleichen Wohnungen ein, und es ist nun Sache des kleinen Insekts, fick darin zurecht zn finden, Pläne zu modifizieren, die eigentlich unveränderlich sein sollten, und in diesem ungewohnten Raume die Lage deS WinterstheS zu bestimmen, der innerhalb der Zone der von dem halb erstarrten Volke noch erzeugten Wärme liegen muß; endlich nmß der Brutranm seinen richtigen Platz haben, er darf, wenn kein Unglück geschehen soll, weder zu hoch noch zu tief, weder zu nahe am Flugloch noch zu weit davon entfernt sein. Der Schwarm kommt z. B. ans einem umgestniyien hohlen Baumstumpf, der nur 137

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