Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 5 (4.1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ihn nach Mitternacht gegessen hat, man seiner Pflicht nicht Genüge geleistet hat. Und man beeile sich, denn anch die Hallelpsalmen soll man noch vor Mitternacht singen. Man darf den Aphikoman nicht an zwei verschiedenen Stetten essen, selbst nicht im selben Zimmer an zwei verschiedenen Tischen." . DaS Ehomezverbot. „Man nehme sich beim Backen des Mazzah sehr in acht, daß man nicht, Gott behüte, das Verbot auch der kleinsten Menge Chomez übertrete; denn man wäre dann wie ein Götzendiener, das heißt, wie im heiligeil Sohar erklärt ist: „Wer Chomez an Peffach ist, gleicht einem, der Sterne und Sternbilder allgebetet hat." Alltzerdem steht auf Chomez dtt Pessach die Strafe der Ausrottung (eines frühen, kinderlosen TodeS); denn es heißt: (2. B. M 12,19) „Jede Person, die Gesäuertes ist, soll aus der Gemeinde Israel allSgerottet werden, sei sic Proselyt oder Eingeborener des Landes." Das bedenkt, feine Person wird entfernt ans der Gemeinde Israel, daß sie nicht in den Kreis von Israeliten komme, sondern höchstens in den von Götzendienern oder von Vieh. Es ist anch bekannt, was die Kabbalisten geschrieben haben: „Wer Chomez an Pessach ißt, wird durch die Pest nmkommen." Die Ereignisse im Nissan. „In ihm wurde die Welt erschaffe»», wnrden die Patriarchen geborcll »mb starben in ihm; im Nissan redete der Heilige, gelobt sei Er, mit unserem Lehrer Moses, Friede sei mit ihm, allS dem Dornbusch und fand dessen Bestimmung zur Erlösung ans Aegypten statt; um dieselbe Zeit wurden sic im kommenden Jahre befreit; im Nissan wird die znküllftige Erlösung eintreten. Im Nissan wurde auch die Stiftshütte im 2. Jahre nach dem Auszüge am Aegypten errichtet." Die wunderbare Erhaltung der Juden im Mizrajim. „Je mehr mau das Volk quälte, desto zahlreicher und ausgedehnter wurde cs." Es ist doch ein Naturgesetz, daß, wenn -mehrere Kinder auf einmal, z. B. Zwillinge, geboren werden, sie ihrer Zahl entsprechend schwächer sind. In Mizrajim wurden aber sechs Kinder ans einmal geboren, und alle waren sehr kräftig und gesund. Genau dasselbe findet man bei Feldblumen. Je magerer ein Feld ist, desto weniger wächst darauf, und auch die paar Aehren, die überhaupt wachsen, find dünn und hohl; jedoch auf einem fruchtbaren Felde wachsen viele Aehren und find doch voll und stark; daher der Vergleich mit dem Gewächs des Feldes." (Jech. lü,7.) „Und jede Tochter sollt Ihr am Leben lassen." Warum bestimmte Pharao dies ausdrücklich? Anch' das ist eine harte Bestimmung, wenn man genauer zusieht. Man könnte fragen: Wenn der Befehl gegen die Söhne dnrchgeführt worden wäre, wozu wäre bamt die Erhaltung der Töchter nütze gewesen? Doch wären sie dann wahrlich zur Schande übriggebtieben. Man hätte sie den Sklaven der Söhne ChamS (Aegypter) zu Frauen gegeben. Hätten sie unter diese»» Umständen den Tod ihrem Lebe»» nicht vorgezogen, »vie eS die Jungfrauen täte»», die zur Zeit der Zerstörung des Tempels in die Gefangenschaft geschleppt wurde»»? Sie warfen sich ins Meer um sich vor einem so schändlicher» Lebe»» z»» retten; was sollte es ih»»en anch? Daraus geht hervor, daß auch diese zweite Bestimmung als eine große Uedeltat gedacht war. Nebersetzt von Martin Plessner - Breslau . 123