Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 4 (2.1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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. Wer gemäß feinen Fähigkeiten und seiner Natnr nach irgendeiner Arbeit strebt, möge diese, falls sein Körper dafür geeignet ist und ihre Mühsal ertrage» kann, ständig üben, sie znr Grundlage seiner. Ernährung machen und ihre Süße wie Ihre Bitterkeit hinnehmen. * * * Ein wenig Wahrheit bestegt viel Lüge, so wie ein wenig Licht viel Finster« «iS verdrängt. * * * Folgendes erzählt man von einem Frommen: Er kam einst auf den Markt» um irgend einen Gegenstand zu kaufen und trat zn diesem Zwecke auf den Lade» eines der Kaufleute zu. Da sprach zu dem fein Nachbar: «Bediene ihn billig, und tue nach seinem Willen, den» er gehört zu den Leuten der Gottesfurcht und Thora- Gelehrtheit." Da sprach der Fromme: „Ich brauche deine Bevorzugung nicht, den» ich wollte hier für mein Geld kaufen, nicht für meine Gelehrtheit" und weigerte sich, den Gegenstand dort zu kaufen; vielmehr fragte er darnach bei einem anderen» der nichts über ihn wußte. * Wenig Lauteres ist viel und viel Unlauteres ist wenig. AuSgewählt und übersetzt von Arthur Joel, Hamburg Ueber die fremden Einflüsse in der Krbet i. Adolf Reiffenberg will mit seinem Aufsatze im Novemberhest eine Anregung geben. Nun ich habe ihn mehrmals gelesen und darüber nachgedacht. Ich wundere mich, daß man Behauptungen von Delitzsch und anderen Altertumsforschern als erwiesene Tatsachen hinstellt, ohne die wissenschaftliche Literatur zu berücksichtigen, die zu attbcrit Schlüssen als jene kommt. Wenn wir uns in die Bibel vertiefen wollen an Hand der Literatur, die Reiffenberg nennt, so müssen wir die Werke David Heinrich Müllers, Wien, David Hoffmanns und Jakob Barths, Berlin,'auch durcharbeiten, die nach ihren Forschungen zu erttgegengesetzten Resultaten kommen. Wollen wir selbständig urteilen, so wäre es verkehrt, sich von der überlieferten Anffaffnng loszusagen, um sich der stark einseitigen häufig recht haltlosen Ansicht einzelner Forscher blindlings anzuschließen. Wissenschaftlich ist diese Einstellung nicht wertvoll, denn das System ist schwach gestützt, jüdisch ist es gewiß nicht wertvoll, nur aus nichtjndischen Quellen zu schöpfen, ohne die jüdischen zu kennen. Die Ein wände, die Reiffenberg wiedergibt, sind nicht neu. Daß die fünf Bücher Moses von ihm selbst seien, trotzdem darin von seinem Tode erzählt wird, bespricht schon der Talmud. MoseS Mendelsohn, der eine vollständige Erklärung zur Bibel in reinem Hebräisch geschrieben hat, sagt in der Vorrede zn dieser, es -gäbe zwar eine Auffassung, daß Josua die acht Sätze vom Tode MoseL schrieb, eine andre Meinung sei die: Moses habe jeden Satz geschrieben und mit Tränen in. *) Der Raschikommentar ist in einer besonder» Schrift geschrieben, die jeder, der hebräisch versteht, nach Ueberwindung einiger geringen Schwierigkeiten zn lesen imstande ist. 102