Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 4 (2.1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2425321-3181720-3181724--1108-3182903- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Silhouette eingezeichnet, und drüben schwebt der zarte Sichelmond träumend irr der klaren Lust. Wir stapfen beide nach Hause, an Gräben vorbei, über Stoppelfelder und Wiesen, und die Kühe starren uns mit dummen Augen an. Als Lohn für meine- Arbeit bekomme ich zwei große Wrucken und eine MittagSeinladnng zum nächsten Lage, an dem ich wieder zum Helfen zu kommen verspreche. Froh und zllfrieden wandere ich zur Stadt zurück, in die Bibliothek, an die Doktorarbeit. — So. beginne ich langsam mit meiner „Berufsumschichtung", und ich rate Euch anderen Blau-Weißen, die Ihr in kleinen Städten studiert, nur dringend, meinem Beispiel zu folgen — wenn Ihr eben noch »licht auf eine „richtige" Farm gehen könnt! Greifswald Lotte Zade z-stf-Schte») Jeder Mensch trügt seinen Feind zwischen seinen Nippen. * * * Jene glauben, daß ihnen das Wesen der göttlichen Einheit geläufig sei» wenn ihnen da» Wort dafür geläufig ist . . * ' * * Man kann von keinem Menschen mehr verlangen, als was der Fähigkeit «nd ‘ der Reichweite seine» Verstandes, seiner Einsicht, seiner Körperkräfte und seines Ver» mögenS entspricht. * *. * Die Zunge ist da« Schreibrohr des Herzens und der Bote des Innern. * * * - Die Absicht eines, der einem andern Mensche» Gutes erweist, ist zunächst, sich selbst zu nützen . . . Das hindert aber nicht-daran, ihn zu loben, ihm zu danken, ihn ehrfürchtig zu lieben und ihm das Gute zu vergelten ... * * * Keiner, der seinem Mitmenschen auf irgend eine der obengenannten Arten Gute» erweist, bat irgendwelchen Vorzug vor demjenigen, dem er das Gute erwiesen hat — c» fei denn in etwas durchaus Aeußerlichem; doch in bezug auf ihre Wesen» heit und Menschlichkeit find sie einander sehr nahe. * * 1 * Die Bitterkeit der Arznei erträgt nur, wer nach Gesundheit verlangt. Jedermann hat den Willen zu einer ganz bestimmten gewerblichen oder kauf-, männischen Arbeit, für die ihm Gott bereits Liebe und Hingebung zu innerst eingepflanzt hat. * * *) Die oben znsammengestellten Zitate stammen aus dem Werk „Choboth haltbaboth* („Pflichten des Herzens"), das Bachja ben Paknda im 11, Jahrhundert in Spanien verfaßte. ES wurde ursprünglich arabisch geschrieben und später von Zehuda den Tibbon ins Hebräische übertragen. ES enthält moraltheologische Betrachtungen über daS Judentum; ich habe mich hier absichtlich darauf beschränkt, einige der zahlreich eingestreuten, allgemein gerichteten Bemerkungen wiederzugebeiw 101