Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 4 (2.1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Himmel, ich liebte das Leben, und er hat mich getötet. Räche mich, auf daß es ein Bild werde für alle kommenden Menschen. Vater, mein Vater, räche mich!" DaS war das Blut Abels, das auf Gras und Blumen lag und zu Gott rief. . Kain zuckte zusammen, und das Weib, das hinter ihm stand und Sünde hieß, lachte bös auf. J Gott erhörte Abels Blut, und er sah hinab zur Erde. Und er sah das Weib hinter Kain und sandte einen zürnenden Blick herab, sodaß sie stürzte. Doch sieb, ein schwarzer Fleck blieb auf Gras und Blumen liegen. Und Kain erwachte aus seiner Erstarrung nnd sah, was er getan. Er sah Abel tot neben seinem Opfer liege», und an seiner Hand klebte Abels Blut. Und er fühlte eine» wilde» Schmerz in seiner Brust, und verzweifelt griff er nach seinem Kopf. Doch wieder erstarrteer. Denn auf Gras nnd Blumen lag eine schwarze Gestalt. DaS war die Sünde, die Gottes strafender Blick in ein Schattenbild verwandelt hatte. Und diese Gestalt griff nun auch nach ihrem Kopfe. Kain fiel in die Knie, und die schwarze Gestalt fiel auch in die Knie. Von Entsetzen gepeitscht sprang Kam auf und wollte ihr iveglanfe», aber sie lief mit» mit den Fersen an die seinen 'gebunden. Der Schatten jagte ihn, Um er hatte Angst vor Gott. Und er lief, um seinem Schatten zu entfliehen» aber es gelang ihm nicht. Denn Gott hatte ihn gestraft» und er sollte unstät von Ort zu Ort irren. DanialS war die Sünde zum Schatten Kains geworden, und Kain floh vor ihr, doch sie ward an seine Versen geheftet. Da dachte Gott der Herr: »Ich will von nun ab jedem Menschen seine Sünde mitgeben als sei» Schattenbild. Wer rein ist und stark, wird herabsehen können mit Ruhe auf den Schatten, doch wessen Herz schlecht ist und verdorben» dem wird sein eigener Schatten znm Verfolger." Prag Irma Singer Karrdarbett Eben komme ich von der Arbeit; wie das wohl getan hat und wie herrlich müde ich b»n! Was sagte doch die Bauersfrau zu mir: „Ja, Fräulein, es ist aber nicht leicht!" Und wirklich, manche Wrncken saßen verdammt fest! Fast purzelte ich selbst um beim Herausziehen. Aber bei den anderen ging es dafür umso besser, und so wurde fleißig gearbeitet und zwei Stunden hintereinander. Ich habe eine alte, zerrissene Arbeitöschürze bekommen, schöne Holzpantoffeln, die wundervoll klappern und ein Tuch um den Kopf. Nun bin ich ein richtiges Landmädchenl Die Frau lobt mich: „Sie arbeiten aber Fräulein, als ob sie. das schon oft gemacht hätten; das geht jq ordentlich vorwärts!" — und ich bin sehr stolz. Der Wagen ist schon ganz vollgeladen, nun ziehen wir die Wrncken weiter ans uub legen sie in eine Reihe hin, damit sie morgen ^abgeholt werden können. Nun ist es schon so viel, daß. es für eine Fuhre reicht. Allmählich ist es auch recht kalt geworden, die Hände tun einem bitter weh und die Frau sagt: „Run . wollen wir aufhören für heute". Ich schaue auf und konstatiere befriedigt, daß wir ein ganz schönes Stück geschafft haben, und daß in ca. 2 Tagen das Feld wohl abgeerntet sein wird. — Hinter der Mühle ist der Himmel glühend gelb; dunkel hebt sich der Kiefernwald von dem hellen Hintergrund ab, jede Baumspitze ist als 100