Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 3 (11.1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2425321-3181720-3181723--1084-3182878- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wunsch wäre es, daß auch aus unserem gesetzestrenen ftrcte solch starker Mensch emporwüchse. Ich glaube, Walter Moses wäre der erste, der ihm die Hand zu gemeinsamer Arbeit rcidjcu würde. — Ich kann keine hohen Worte machen, kann mem Fühlen nicht so zergliedern und will es auch nicht, Ihr seid ja Gefährten und werdet mich nun bestimmt verstehen und nur das sei der Zweck dieser Zeilen. Wenn mich auch einer unserer Straßburger Freunde verstände, so wäre dies mein schönster Erfolg. — Schalom Euch allen! Anny Frankel-München Kesefrnchte Das eigentlich Menschliche lernt kein Geschlecht vom vorhergehenden.!. Kierkegaard, Lobrede auf Abraham. * . * * Jede Dichtung von Wert ist national, das heißt, sie entspringt dem Boden und Blut ihrer Hervorbringung. „Patriotische" Dichtnngsabsichten sind Tendenz und daher ebenso nnkünstlerisch, wie fnndamentlose, bewußt übernationale Schöpfungen. Die erste Sichtung wahrer Dichtungen geschieht durch die Prüfung des nationalen Untergrundes, das ist die Basis der Persönlichkeit ihrer Hervorbringer; das letzte Urteil hängt davon ab, ob es dem Schöpfer gelang, vom Boden der Beschränkung, die den Wurzeln seines Werkes Triebkraft gibt und daher unerläßlich ist, inS Uebernationale, allgemein Menschliche emporzusteigen. Aus: Walter von Molo, Einleitung zu „Die schönsten Kosakengeschichten von Gogol". * * * .... Anders ausgedrückt heißt das, daß die Vergangenheit nicht etwas Fertiges ist, sondern etwas Werdendes. Es gibt für uns nur Weg, nur Zukunft: auch die Vergangenheit ist Zukunft, die mit unserm Weiterschreiten wird, sich verändert, anders gewesen ist. . * * * Die Vergangenheit ist das, wofür wir sie nehmen, und wirkt dementsprechend sich aus; wir nehmen sie aber nach tausenden von Jahren als ganz etwas anderes ' als hente, wir nehmen sie oder sie nimmt uns mit fort auf den Weg. Landauer. Die Revolution. i . * * * Aber das Volk ist für uns alle noch immer Theorie und ein Rätsel. Wir alle, wir Freunde des Volkes, sehen auf das Volk wie auf eine Theorie, und niemand liebt daher dasselbe so, wie es in der Tat ist, sondern so, wie er e8 sich vorstellt. Dostojewski. Polit. Schriften. Von der Liebe zum Volke. * * * ' Trachte ich denn nach meinem Glücke, ich trachte nach meinem Werke. Nietzsche. Zarathustra. Bücher E u g e n H o e f l i ch Der Weg in das Land Palaesrinenf. Aufzeichnungen (Wien u. Berlin 1918 Löwit M 4*50) So einprägsam mit seinen roten Schmuckstücken auf gelbem Grunde mb seiner vorbildlich gesetzten Schrift auf dem Deckel dieses neue Büchlein schon äußer-