Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 3 (11.1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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„Wenn sie (die Israeliten) sich verbergen vor meinen, Augen auf dem Meeresgrund So entbiete ich von dort die Schlange, daß sie sie beiße". Auch im Buche Samuelis 2. B. fiubeu wir viele babylonische Motive. So kehrt die Zahl 7 Lei bcu Söhnen Jlais in allen babylonischen (und deshalb auch vieren jiidischen) Legenden wieder. Der Kampf zwischen David und Goliath zeigt verwandte Züge mit 'dem bei den Babyloniern oft geschilderten zwischen Winter und x Frühling. Goliath, babyl Gallith - Wasser stellt sich an 40 Tagen den Israeliten und 40 Tage dauert gerade die Regenzeit in Erez-Jsrael. Der Sonnengott wird bei den Babyloniern oft mit Lanze, der Mondgott mit Vogen dargestellt. Von Saul ist meist itt Verbindung mit seinem Speer die Rede und „der Bogen Jonathans hat nie gefehlet". Beide haben mit Babylonischen Göttern Verwandtschaft, der erftere mit Schamasch, dem Sonnengott, der zweite mit dem Mondgott. Endlich weist auch Michal, Sauls Tochter, mit Jstor, der babylonischen Venns, gemeinsames auf. Ich könnte Euch noch ungleich mehr und iutereffantc Beispiele anfuhren u.a. auch viel aus der bildender! Kunst. Hierzu braucht man aber Abbildungen und da . kann ich Euch nur auf die angeführte Literatur verweisen Im Uebrigen noch eins: Natürlich hat Israel wie jedes andere Volk vieles von den Kulturen anderer Völker übernommen, aber etwas ist seine ureigenste Jdeer Die Idee von der Einigkeit Gottes, und diese ist ja das Wesentliche und die Kuljnrtat. unseres' Volkes. Vielleicht war Euch manches hiervon schon bekannt, ich. kann Euch natiirlich hier nur Umrisse bieten, auch schon deshalb, weil mir hier alles Material fehlt. Wenn Euch etwas unklar gewesen ist oder Ihr etwas wissen wollte gebe ich Euch gerne Auskunft. Auch würde ich mich freuen, wenn Ihr mir mal schreibt, wenn Ihr was Interessantes darüber lest. Euch Glückliche in der Heimat rufe ich ein herzliches Schalom zu. ' Im Felde ' Adolf Reifenberg Literatur Delitzsch Bibel und Babel Baentsch David und sein Zeitalter Löhr Einführung in das alte Testament Hunger und Sanier Altoriental. Kultur im Bilde Thomsen Palästina und'seine Kultur in $ Jahrtausenden. Weiteres auf Anfrage. Anmerkung der Schriftleitung Eine wichtige Ergänzung zu Adolf Reisenbergs interessanten Ausführungen wäre es nun, wenn Ihr Euch einmal die Frage vorlegtet, was denn unser Volk aus den Vorstellungen und Motiven gemacht hat. die es von den Aegyptern und Babyloniern übernahm. Und ob nicht gerade in der Art und Weise, wie man mit den fremden Einflüssen fertig wurde, wie man sie verwertete, das für die Erkenntnis des Sinnens uns Trachtens unserer Vorfahren Wertvollste liegt? 70