Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1918-11-01 · 3 (11.1918) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
3 (11.1918)
Date
1918-11-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2425321-3181720-3181723--1076-3182870
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ecke bofl.cn, stand schon der Wagen bereit. Da vergaßen wir unsere Müdigkeit und liefen, was wir laufen fouuteii und erreichten den Zug Ln dem Augenblick, als er abfuhr! Tief anfatmend bargen wir uns im sicheren Wagen. S. rechnete an seinem Fahrtenbericht herum. Er brachte trotz aller Mühe nicht mehr als ö1/* Stunden Marschdaner heraus. „Kinder, wer das liest, meint, es war 'ne Aalfahrt". Aber plötzlich hellten sich seine Züge auf. „S. H. ist befriedigt," und er reichte uns das Blatt. Da stand: 33 Kilometer ... . München Fritz Bloch Argyptisch-babylorrifche Ginfiirsse in Israel Viele von Euch, die sehr viel Bibel lesen,... haben von der ägyptischen und bab.-assyr. Kultur und ihrem Zusammenhang mit dem Judentum wenig Ahnung. Eine Anregung — nichts weiter — soll dieser Artikel sein. Zwei große Weltreiche hatten in den ältesten Zeiten Palästina (d. i. „PhiLLsterland" und deshalb wollen wir uns Erez-Jsrael angewöhnen) wechselweise tu ihrem Besitz: Aegypten und Babylon. Der Verkehr, der sich zwischen beiden abspielte, ging durch Erez-Jsrael, fei» Wunder, daß beide Länder einen ungeheuren. Knltureinsluß anSübten. Und zwar überwiegt natürlich im Süden der ägyptische und im Norden der babylonische. In der Bibel ftubett wir keinen direkten Hinweis darauf, abgesehen von ägyptischen Namen wie: Moses oder Hofni und Pinchas (Söhne des Hobepriesters Eli), aber im Lande gibt es genug Beweise des Einflusses. . So den Hiobstein im Nordelt mit dem Bilde Ramses II. (zirka 1250 Jahre v. Ehr.) oder den Nuinenhügel von Geser im Süden, wo wir den Denkstein eines ägyptischen Beamtell geflmderr haben. Sehen wir uns die Bibel genauer an, so erfahrelt wir aber auch darüber manches interessante. Die Josephserzählung spielt nicht ohne Grund nach Aegypten und die Geschichte von der Verführung des Joseph (Potiphar) ist einem ägyptischen Märchen entlehnt. Auch weiß der Jahpist l3hr wißt doch sicherlich, daß man so eine der Quellen der 5 Bücher Moses bezeichnet) recht gut mit ägyptischen'Verhältnissen Bescheid, u. a. daß die Bauern — anders wie bei uns (vgl. Siedlungsgenoffenschast) —. dem Pharao leibeigen waren, oder auch, daß. es den Aegyptern ein Greuel war mit den Hebräern zusammen zu essen, was Herodot uns noch iu Bezug auf die Griechen erzählt. Noch vieles andere, was ich hier nicht erwähnen kannzeigt die Beeinflussung. Lest mal die Hymnen des Pharao Amenophis IV., der bei den Aegyptern einen sehr hochstehenden, monotheistischen Sonnenkult eingeführt hat, der späterhin leider verdrängt worden ist: Du machtest die Jahreszeiten, um alle, seine Werke entstehen zu lassen; . Den Winter, um sie zu kühlen und die Hitze. Du hast den fernen Himmel gemacht, um an ihm aufzngehen Und alles zu sehen, was Du gemacht hast. Indem Du allein wärest, indem Du anfgingst In Deiner Gestalt als Icbettbc Sonne, Indem Du strahltest, glänztest. Dich entferntest und wiederkehrtest. 68

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.