Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 3 (11.1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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und hacken die Erde auf, hacken vom Morgen bis zum Abend. Sie arbeiten „Bachar". > So werden auch wir stehen und arbeiten — das ist die Arbeit des „Bachar"! Die meisten neuen Arbeiter wollen gern im Banmgarten arbeiten. Der Anblick des Gartens mit seinen goldenen Früchten erfreut das Herz. Und dazu ist die Arbeit im Garten „sauber" und der Lohn hoch.. „Ueberlebeusgröße hoch" — 10 Groschen den Tag. Aber einige unter den Arbeitern verachten die saubere Arbeit, in der kein „Lebensgeist" ist, die sie langweilt; sie verlangen wirkliche Arbeit. — Arbeit, die den Körper zermürbt, die man in den Handmuskeln spürt, die alle Glieder spannt, Arbeit, die in Gemeinschaft getan wird — und solche Arbeit ist das „Vachar", das nur Araber verrichten. Sie benutzen die „Grünhörnigkeit" des neuen Gärtners, eines Chowew-Zion, der gerade aus Rußland gekommen war, gingen zu ihm und bekamen sein „Bachar". Die Kolonisten spotteten über die Verrücktheit der Arbeiter und vor allem über die Einfältigkeit und „Taugenichtsnatnr" des Gärtners, der die Fachleute nie fragte mtb tat, was er wollte. Scheinbar will er. sein Geld hier verlieren, denn er stellt sich jüdische Arbeiter zum „Bachar" an. „Juden sollen „Bachar" arbeitend!" Das ist nur fiir stämmige Araber, die für eine lächerliche Bezahlung „Bergeversetzen", aber »licht für diese Jeschiwa-Zoglinge und Maskilim. Sie werden schuften und schusterr, aber mehr als einen Groschen täglich werden sie nicht verdierren. Einen Groschen für den Tag! ... Aber »vir recken uns stolz'auf. Wir sind Pioniere einer neuen Arbeit und »verden sie erobern. Da sind »vir auf dem Felde unserer Arbeit. Brachland dehnt sich in »veiter Fläche, nackte, schrvere, widerspenstige Erde, die »vir einen halber» Meter tief dnrchpflügen müssen. Wir hauen mit unseren Hacken zu. Einmal, noch einmal, immer wieder, aber wir wirbeln nnr ein »vcnig Staub auf. Der Sch»veiß perlt uns schon, bevor urrser Arbeitgeber Zeit findet, nach uns zu sehen, und bevor wir überhaupt wissen, wie man die Arbeit anfärrgt. Zwei unserer Kameraden, die „Initiatoren" dieser Arbeit, stehen funkelnden Auges — sie bemühterr sich schorr seit gestern für urls, girrgen zu den verschiedenen „Bacharim" und schauter» der Arbeit zu. Nun wissen sie schon Bescheid und trösten nrrS, daß da keine verborgenen „Thorageheimniffe" sind. Wir stellen uns auf Befehl iit eine Reihe, jeder mit der Hacke in der Hand, und beginrren über die ganze Breite der Felder etttcu 1 halben Meter tiefen Graben auszuschachten, dann sprengen »vir am Graben entlang parallele Erdstreifen ab, je einen Streifen für jeden Manrr. Der erste steht im Graberr am rechten Ende, hackt den Boden in seinem Streifen auf, wendet sich nach links und wirft die Erde nach hinten in den Graben, der so wieder gefüllt wird, während in seinem Streifen ein neuer Graben entsteht. Der erste geht im Grüben vorwärts, der zweite schaufelt in dem neuen Graben, den der erste ausgeworfen und schafft so eine dritte Furche, aus der die Erde in den Nebengraben kommt und ihn füllt. Während, er umgräbt, tritt in seinen Graben der dritte Mann und fängt an, hinter ihm im dritten Streifen zu graben, in die Furche des zweiten hinein — und so alle. Alle beginnen einer nach dem andern die Arbeit. Jeder geht hinter feinem 64