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Blau-Weiss-Blätter · 1918-11-01 · 3 (11.1918) · page 6

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
3 (11.1918)
Date
1918-11-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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erringen können. Aber das Eine steht fest: das Leben unseres Volkes — von Palästina wie im Galuth — wird sich auf dem Boden und dem Geiste unserer Sprache abspielen. Wer sie nicht beherrscht, wird außerhalb des Volkes stehen. Und ein trauriger Wicht ist der, welcher unter diesem Einsatz noch beiseite zu stehen wagt und sich auf das Später vertröstet: Wir lernen Hebräisch nicht, weil es die Sprache unserer Väter, sondern weil es die Sprache unseres Volkes, unserer Gegenwart ist! Genug der Worte. Ich will nicht oft Gesagtes noch einmal wiederholen. Ich meine, die jüdische Jugend im Blau-Weiß sollte jetzt handeln, nachdem sie sich ihrer Verantwortlichkeit dem Volke und sich selbst gegenüber noch einmal bewußt geworden ist. Es darf kein Jngendtag mehr sein, wo sie ein Vorwurf treffen kann, die Sprache unseres Volkes nicht zu kennen. Auch hellte noch ist es zrrm Anfängen nicht zn spät. Ich glaube, daß sich in allen Blan-Weiß-Bnnden Möglichkeiten zu Kursen finden lassen. Wo kein Lehrer da ist, wird es mit dem Rath gehen. Nur nicht aufhören, das ist die Hauptsache/ Wer erst die Anfangsschwierigkeiten überwunden hat, ist scholl über das Aergste hinweg. Ich bin gerne bereit, denen, die sich an mich wenden, mit Rat und Tat zu helfen. — In dieser Nummer der Blau-Weiß-Blätter ist der Versllch gemacht worden, unser Lernen durch die Aufnahme zweier leichter hebräischer Erzählurlgen zu nnterstützen. Vielleicht wird es auch ein Allsporn zn inteilsiver Arbeit sein, wenn Ihr seht, mit wie einfachen Mitteln schon solche Erzählungen zn Stande kommen können. Die Ullbekanntesten Worte findet Ihr beigefügt, doch bitte ich Ellch, falls Ihr irgend etwas nicht versteht, mich unbedingt zn fragen. Noch müssen wir uns mit fremden „Federn" schmücken, noch lernen wir. Aber laßt uns ans die Zeit vertrauen, wo die Blau-Weiß-Blätter den Geist unserer lebenden Sprache atmen werden und wir am.Ziel dessen sind, was wir jetzt hoffend beginnen. Tübingen, Neckarhalde 9 Hans. Oppenheim Ans technischen Gründen kann der hebräische Teil leider erst dem nächsten Heft beigefiigt werden, das jedoch diesem bald folgen soll. Die Schriftleitung Aus Das Kachar*) Zum Andenken an Saul und Rachel Kanin. Ich stand zur Arbeit des „Bachar" auf. Ich zog meine Arbcitskleider an, jene Kleider, die schon von der Arbeit abgerissen, mit Mörtel und Lehm beschmutzt sind, jene Kleider, in denen ich mich so stark und kräftig fühle. Noch eine kalte Waschung, etwas Frühstück, Brot für unterwegs, und wie ich hinausgehe, singt mein Herz mit der ganze» Welt zusammen ein Morgenlied. Ich treffe meine Kameraden, wir gehen zusammen zur Arbeit, und auch ihre Augen strahle» vor Freude. . Wir gehen zur Arbeit des „Bachar" und. wisse» dabei noch nicht, wie diese - Arbeit ist. Man sagt, sie sei schwer, man sagt» sie wäre sehr gering bezahlt, und Überall stehen grössere Gruppen von Arabern, immer ungefähr vo zusammen, bücken sich *j DaS Folgende ist mit Genehmigung des HapoSl Hazalr besten schönem Sammelheft „Land und Arbeit" entnommen.

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