Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 6 (1918-1919)
- Issue
- 3 (11.1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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uns dabei mit besonderer Liebe an das halten, was unser Volk aus Eigenem schöpfend, hervorgebracht hat und was in unseren Händen Baumaterial für unsere grohe Zukunft in Erez Israel sein kann, ist ja so selbstverständlich wie es selbstverständlich sein sollte, daß die Blanweiß-Blätter das getreue Abbild des Vlänweiß- Geistes sein sollen. Damit die Blanweiß-Blätter dieser ihrer höchsteil Ausgabe in immer weiterem Maße gerecht werden können, dazu bedarf es aber ~ und das ist bei Uebernabme der Schriftleitung Hans Oppenheims und meine' Bitte an Euch alle — einer viel regeren Mitarbeit jedes einzelnen Blauweißen, der dazu irgend in der Lage ist. So könnten die größeren Bünde Sonderhefte herausgeben, die Führer könnten dafür sorgen, daß endlich einmal Berichte von besonders gelungenen Heimabenden erschrillen können und dadurch andere zu ähnlichem angeregt werden; es wären doch so viele in der Lage, kurze Besprechungen von Büchern zn bringen, die nicht jeder kenilt und in denen manchmal soviel Feilles steckt. (Das Kapitel der „nnentdeckten" Bücher ist ein großes und überraschendes.) Und wenn es auch manchmal nur ein flüchtiger Gedanke ist, den wir irgendwo erraffen: das, was wir suchen und oft nicht sagen können, in einem schönen klaren Wort znsammengefaßtsammeln wir alles, was wir ans Innerstem einander zu sagen haben. Wir sind aber überzeugt, es wäre noch vieles andere möglich: Übersetzungen aus unserem alten Schrifttum, aus den hebräischen Zeitschriften, ans dem Jargon; Schilderungen weniger bekannter Formell itttb Anschauungen aus der Welt des überlieferten Judentums — ein weites Gebiet. Ihr seht, wieviel Ihr tun könlltet und Ihr seht weiter, was die Blanweiß- Blätter sein könnten, wenn Ihr wollt. Ferdinand Oster tag Hebräisch Tdaldel sfaihenu kfaamon hakessef unimah kschiras hasamir den chagwi hasslaim hagvvohim wharamim kol.niflah wtamir Das ist das Hohelied auf unsere Sprache, welches so Viele von uns singen und so Wellige ganz zu innerst empfunden haben. „Seit Jahren wird im Blau- Weiß Hebräisch gelernt",, das ist das große Beruhigungsmittel, durch welches schon so oft jede wirkliche Klarheit der wahren Sachlage, aus der allein die Tat entspringt, verschleiert worden ist. Nein, es wird bei uns nicht hebräisch gelernt: Es gibt keinen Blan-Weißen, der auch nur annähernd Befriedigendes geleistet hätte. Alle Gegengründe, die angeführt werden, sind hinfällig. In Schule und Leben lernen wir ohlle Schwierigkeit alle möglichen Fremdsprachen, der Kaufmann, der Akademiker, welcher in irgendwelche Beziehungen zu einem anderen Lande tritt, lernt dessen Sprache, mit größter Gnergie. Und wir'? Wissen wir denn nicht, daß gerade iit diesen Tagen die Weltgeschichte uns die Erfüllung unserer Träume in nächste Nähe rückt? Soll denn gerade die jüdische Jugend Deutschlands versagen, wenn an sie die Aufforderung ergeht, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmend Ich dächte, daß wir an der Spitze marschieren sollten. Gewiß, das reine Lernen der Sprache, selbst ihre Kenntnis wird uns nicht zu anderen Menschen machen. Wenn der Wille zum Judentum fehlt, wird man ihn auch nicht aus dem Hebräischlernen